Freitag, 14. Dezember 2018

Die kulinarische Weihnachtsgeschichte- Nikolaus, der heilige Küchenhelfer!



Es war ein wunderschöner Weihnachtsmorgen, der Schnee glitzerte im Licht der aufgehenden Sonne, die Berge erstrahlten langsam durch ihr Licht und ließen die steinernen Riesen wie mit Puderzucker bestäubt erscheinen.

Die Wälder in ihrem weißen Winterkleid vollendeten die Harmonie der Landschaft, die wie ein Wunder wirkte und voll unübertrefflicher Schönheit war.

Und inmitten all dieser Pracht stand das Haus vom Nikolaus, der natürlich seinen Erstwohnsitz in den Bayrischen Alpen hat, denn wo sonst wäre er dem Himmel so nah.

Zufrieden und glücklich blickte er mit einer dampfend heißen Tasse Kaffee in der Hand aus dem Fenster hinaus in die verschneite Winterlandschaft.

Seine Arbeit für dieses Jahr war getan und alles Weitere konnte ja das Christkind erledigen, denn er hatte jetzt, nach all dem Stress der vergangenen Tage, seinen wohlverdienten Urlaub.

Speziell die unartigen Kinder hatten ihn dieses Jahr richtig gefordert, oft genug musste er sich ermahnen, sie nicht alle im Sack mitzunehmen.

„Is doch wahr“ dachte er so bei sich „Die Lausbuben ham vor nix mehr Angst, vielleicht sollt ich im nächsten Jahr mehr Krampus mitnehmen, die ihnen so richtig den Blödsinn austreiben, dene Saubuam, dene kloanen“ haderte er.

Nach ausgiebigem Frühstück war die Zeit für einen Spaziergang gekommen und er machte sich auf, die Schönheit der Landschaft zu genießen.

So ging er auf verschneiten Wegen durch die Natur, noch immer leise grantelnd über die vielen Lausbuben, bis er den kleinen Berggasthof erreichte, der jedes Jahr an Weihnachten zum Menü einlud.

Für gewöhnlich blickte er kurz durchs Fenster und beobachtete die Köche bei ihren Vorbereitungen für das kommende Festmahl, doch was er heute sah, machte ihn traurig.

Allein der Küchenchef war am Herd anzufinden und arbeitete wie ein Wilder an allen Fronten. Durch einen offenen Fensterschlitz konnte der Nikolaus schließlich hören, was der Grund für diesen Notstand war, weil der Küchenchef telefonierte.

Eine Lawine hatte die Straße versperrt und so konnten die Köche ihren Arbeitsplatz nicht erreichen, es würde bis zum Abend dauern, bis hier wieder ein durchkommen war. Doch bis dahin mussten die Vorbereitungen abgeschlossen sein, sonst war das Weihnachtsmenü in Gefahr.

So blickte er traurig durchs Fenster und sah den Küchenchef weiterkämpfen, er wollte nämlich seine kleinen Gäste nicht enttäuschen, denn wie jedes Jahr lud er auch heuer die Kinder des Waisenhauses in seinen Gasthof ein, um ihnen ein schönes Fest zu bescheren.

„Da musste was geschehen“ dachte der Nikolaus so bei sich und hatte somit seinen Entschluss gefasst, er würde dem Küchenchef helfen, damit die Kinder eine frohe Weihnacht erleben konnten.
Gesagt getan klopfte er an der Küchentüre, die sogleich aufgemacht wurde.

Der Küchenchef stellte sich vor mit einem „Servus ich bin der Franzl, was kann ich für dich tun?“
„Servus Franzl, kennst mich noch? Ich bin der Nikolaus“ erwiderte der Angesprochene.
„Ja logisch und ich bin die Zahnfee, ois okay bei Dir?“ war die kurze Antwort des Küchenchefs, der fortfuhr mit den Worten „Jetzt amoi ehrlich, was gibt´s, ich hab viel zu tun!“
Der Nikolaus merkte, dass der Küchenchef gestresst war und sagte „Ja Servus nochmal, mein Name ist Nick und ich wollte fragen, ob Du Hilfe brauchst in der Küche.“
Die Augen des Küchenchefs begannen zu strahlen und seine Stimmung hellte sich auf.
„Ja super, logisch, dich schickt der Himmel!“
Wenn der wüsste, dachte der Nikolaus so bei sich, innerlich grinsend während ihn Franzl bat in die Küche zu kommen.
Eine Kochjacke war schnell gefunden, denn Köche waren für gewöhnlich ja auch ein bisserl fester um die Hüften und los ging die Vorbereitung.

Die beiden verstanden sich auf Anhieb und während Franzl sich um den Hauptgang kümmerte, richtete der Nikolaus alles her, was für Suppe und Dessert so gebraucht wurde und machte sogar noch ein paar Platzerl, sehr zur Verwunderung von Franzl, der noch nie gesehen hatte das jemand so schnell Platzerl backt. Irgendwie hatte der Kerl echt Übung darin.

Der Nikolaus hatte den Franzl sofort erkannt, zwar etwas älter, aber war er doch seinerzeit der größte Lausbub von allen gewesen.
Doch schien er sich geändert zu haben und in seiner Aufgabe von ganzem Herzen aufzugehen. Das beeindruckte ihn, auch weil er langsam ein bisserl zu schwitzen begann, denn eine Küche war eben doch kein Wellnessurlaub und er musste sich richtig ranhalten alles, was ihm aufgetragen wurde, vorzubereiten.

„So Nick, jetzt kochen wir noch einen Kinderpunsch für die Kloanen und einen Glühwein für uns und dann ham wir alles für heute Abend, ich muss sagen, Du hast dich gar ned so bleed angestellt.“

Der Nikolaus grinste und konnte nicht umhin zu kontern „Du auch nicht Franzl, fast so geschickt wie damals, als Du das Fenster von der Huberin einschmissen hast.“
Der Franzl war verwundert, woher wusste der Alte davon? Er hatte das damals niemanden erzählt, komisch, nur der Nikolaus wusste davon und hatte ihn geschimpft!
Er schüttelte sich, glaubte er doch an einen Zufall und tat so, als hätte er es überhört.
Der Nachmittag verlief gut, die Gaststube wurde warm eingeheizt und war nun von den beiden einladend geschmückt worden. Das ganze Gasthaus roch nach Glühwein und frisch gebackenen Plätzchen und die Tische waren gedeckt - die Gäste konnten kommen!
Franzl war sichtlich zufrieden, klopfte dem Nikolaus anerkennend auf die Schulter und sagte “Du bist wirklich ein Guada. Du könntest Dich zwar mal rasieren, mit all deiner Woll im Gsicht, aber sonst bist Du echt super. Wo hast Du bis jetzt gearbeitet?“
„Im Norden“ sagte der Nikolaus eher im Spaß. „Ahhhh, bei die Fischköpf also, dafür kochst aber guad die heimischen Schmankerl“ lobte ihn Franzl.

„Ein bisserl nördlicher Franzl“ antwortete der Nikolaus, was beim Küchenchef ein kurzes Aha hervor ruf und den Satz “ Na, is ja wurscht, jetzt bist ja da“, was irgendwie erklärte, dass scheinbar für Franzl nach Hamburg die Welt zu Ende war oder er schlichtweg eine echt lange Leitung hatte.

Der Nachmittag neigte sich dem Ende und die beiden konnten bereits beobachten, wie eine kleine Gruppe von der Kirche mit Fackeln den Berg heraufkam.
Die Gäste waren im Anmarsch, jetzt kam es darauf an, gleich ging es los.
Und ihr hättet die Beiden sehen sollen!
Wie ein gut eingespieltes Team begrüßten sie die Gäste, servierten Getränke, scherzten mit den Kindern und servierten das Essen.
Franzl spielte auf seiner Zitter und der Nikolaus sang mit den Kindern Weihnachtslieder, die ihn alle ansahen, wie einen alten Freund, was Franzl nun doch zum Nachdenken brachte.
Also so äußerlich betrachtet ist er ihm ja doch ähnlich, dachte Franzl so bei sich. Dicker Bauch, weißer Bart, aber des kann nicht sein! Es gibt keinen Nikolaus!

Doch als Franzl dann sah, dass einige der Kinder sich an ihn drückten und er so ein Strahlen im Gesicht bekam, erkannte der Küchenchef, dass der Mann, der ihm hier als Küchenhilfe beistand, kein geringerer war, als der Nikolaus selbst und er begann vor Freude zu weinen.
Als der Nikolaus das bemerkte, ging er rüber zu Franzl und fragte ihn „Warum weinst du, es ist doch ein schönes Fest?“
„Du bist der Nikolaus stimmts?“ stellte Franzl fest. „Ja Franzl, und ich hab gesehen, dass Du meine Hilfe brauchtest und da bin ich gekommen“.
Franzl liefen die Tränen die Wangen herunter „Und ich hab nicht mehr an Dich geglaubt all die Jahre und Du hilft mir trotzdem?“
Der Nikolaus lächelte verständnisvoll „Weißt Du Franzl, ich glaub auch manchmal nicht daran, dass aus Lausbuben noch Engerl werden können, aber in Deinem Fall scheints ja doch gut ausgegangen zu sein. Bin ich froh, dass ich Dich damals nicht in meinem Sack mitgenommen“.

Der Nikolaus sah in Franzls Gesicht, dass dieser verstand, was er meinte. Franzl grinste „So ham wir beide wieder etwas an Glauben gewonnen heute, oder?“
„Genau Franzl, ich glaub wieder an das Gute in den Lausbuben und Du wieder an mich und jetzt, mein Freund, wird es Zeit für einen Glühwein, was meinst?“

Und so schenkte der Nikolaus dem Franzl ein Haferl ein, prosteten ihm zu und sie feierten mit den Kindern die Heilige Nacht im Berggasthof.
 Es wurden Geschichten erzählt und viel gelacht und Franzl erinnerte sich wieder zurück an Weihnachten, als auch er hier war im Berghof, als Waisenkind voller Glauben und Träume an die Welt, die irgendwann verloren schienen und die er heute stärker, als je zuvor, wiedergefunden hatte.
Und so kochen und feiern die beiden nun jedes Jahr miteinander, der Nikolaus und sein Lausbub Franzl.
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Das Team vom Schlemmerblog München, Herbert Nicole und ich wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2019
Bleibt´s brav
Euer
Alexander Reiter



Dienstag, 20. November 2018

Der Küchen Survival-Guide für Berufseinsteiger oder Schicken für Anfänger!




Servus Zusammen,

wenn Ihr Euch grad entschieden habt eine Karriere in der Küche zu starten, egal ob frisch aus der Schule oder als Quereinsteiger, weil Euch des Bleistiftspitzen mit der Zeit dann doch zu langweilig war:

Willkommen in der einzigartigen Welt der Köche!

Erst einmal gratuliere ich Euch, denn Ihr habt scheinbar den Mut und den nötigen Dachschaden dieses einzigartigen Beruf zu Eurer Berufung zu machen; Respekt.



Aber leider könnt Ihr Euch noch nicht zurücklehnen denn selbst die Verrücktesten unter Euch sollten sich darauf vorbereiten, dass es in einer Küche etwas anders zugeht, als in der Welt da draußen.

Und so beginnen wir einmal mit den einfachsten Regeln, die man als angehender Koch wissen sollte.
Denn sonst könnte es für den Einen oder anderen relativ schnell wieder vorbei sein mit dem Kochen.


Erst einmal das wichtigste am Anfang, wir reden hier von den Regeln, die in guten Küchen gelten, was die Deppen im dreckigen Löffel machen is im Allgemeinen wurscht.

Vergiss die Fernsehkoch Traumwelt

Vergiss sofort, was Du im Fernsehen gesehen hast, du weißt schon, Jamie Oliver, der mit Jeans und T-Shirt ein tolles Essen kocht und dann mit seinen Freunden feiert bis der Arzt kommt. Wäre zwar cool, aber das ist nicht die Realität, also vergiss den Schmarrn.



Sei Aufmerksam, lerne und notiere Dir alles Wichtige!

Sprüche wie „Ich bin mehr so freestyle“ kannst Du Dir auch gleich dahin stecken, wo die Sonne nicht hin scheint, weil in einer guten Küche wirst Du mit so einem Spruch nirgendwo hinkommen. Die Menschen, mit denen Du arbeitest, sind Spezialisten in ihrem Bereich und wirklich gute Köche, kennen die Grundregeln und haben die Fertigkeiten von der Pike auf gelernt. Sie lassen ihre Kreationen entstehen, indem sie auf ihrem bestehenden Wissen aufbauen und ihre Fertigkeiten ständig erweitern. Lerne diese Grundlagen und schreib Dir alles auf, denn sonst kannst Du die Ergebnisse nicht wiederholen. Du willst ja auch nicht, dass Dein Lieblingsgericht im Lokal immer anders schmeckt und aussieht oder?


Vertraue Deinen Kollegen!

Keine Angst vor der ersten Zeit, Deine Kollegen werden Dir helfen. Sie werden Dir zeigen, was Du wissen musst und Dir zur Seite stehen. Vertrag Dich gut mit ihnen, das ist jetzt deine neue Familie, denn Deine Echte wirst Du nicht mehr ganz so oft sehen und Dein alter Freundeskreis wird nicht verstehen, was Du machst und meist wenig Verständnis zeigen.



Mach deine Mise-en-Place ordentlich!

Deine Kollegen werden mit Dir erst einmal Mise-en-Place machen, also Vorbereitungsarbeiten und das wird einen Großteil Deines Arbeitstages einnehmen. Für den Fall, dass Du der Meinung bist, die Dinge nicht ganz so genau schneiden oder abschmecken zu müssen, werden Dir Deine Kollegen schnell beibringen, dass Du das sein lässt. Wahrscheinlich lassen sie Dich die Arbeit nochmal machen, wenn es nicht gut genug ist. Also mach es gleich gescheit, sonst machst es halt nochmal. Gib niemals die Qualität für Schnelligkeit auf, weil Du fertig werden willst oder ein fesches Mädel auf Dich wartet. Das rächt sich sofort, spätestens aber beim Service. Ein kleiner Tipp: Fesche Mädels gibt es genug, gute Köche nicht😊

Lerne schnell!

Eine Küche besteht aus verschiedenen Posten und auf einem wirst Du beginnen, aber egal an welchem Posten das sein wird, ordne Dich schnell in die Abläufe ein und höre genau zu, was Dir die Kollegen sagen, denn wenn nicht, wird Dich der erste Abendservice treffen, wie ein Vorschlaghammer.
Entweder Du schwimmst oder Du gehst unter, also lerne schnell schwimmen.


Arbeite ruhig und konzentriert!

Wenn unter dem Service, das ist die Zeit Mittags und Abends, wenn der Chef am Pass (das ist der lange Tisch vorne in der Küche mit den Lampen drüber) die Bestellungen vorließt, ist nicht die Zeit zum Reden, dann wird konzentriert gearbeitet. Es gibt auch nichts zu diskutieren und schon gar nicht geht man dann in die Pause oder auf´s Töpfchen. In dieser Zeit wird das Geld verdient, jetzt muss alles passen.

Solltest Du dennoch gefragt werden, ob Du beispielsweise den "Salat für Tisch 3!“ fertig hast, antwortest Du mit einem „Ja Chef" oder "Jawohl“, mehr will keiner wissen und bei einem vollen Haus und wenn die Bude so richtig rappelt, interessiert auch nichts anderes.

Jetzt noch eine Regeln für die Servicezeit:
Sag „Hinter Dir“, wenn Du im Stress hinter jemandem vorbei läufst oder lebe damit, irgendetwas ins Gesicht zu bekommen.


Finger weg vom Werkzeug der Anderen!

Die Messer Deiner Kollegen gehören ihnen, also Finger weg! Du solltest Deine Eigenen haben und pflegen und diese kommen niemals in die Spüle, Du wäschst sie selbst. Comprende!



Pass auf Deine Sachen auf!

Wenn Du etwas auf den Herd stellst, gehört es Dir und nur Dir! Also pass drauf auf, wenn der Topf überkocht oder anbrennt, dann ist das nur dein Problem!

Sauberkeit in der Küche!

Halte Deinen Posten sauber! Und das zu jeder Zeit, sonst wirst Du schnell den Überblick verlieren und Dir wird das Equipment ausgehen. Also sieh zu, dass es ordentlich ist.



Mach genug Mise-en-Place! Immer!!

Wenn Dir unter dem Service das Mise-en-Place ausgeht, gratuliere, mach Neues!! Wegen Dir wird niemand aufhören zu kochen und geschlossen wird auch nicht, nur weil Du nicht genug vorbereitet hast. Viel Spaß beim Produzieren während des Service, wird sicher ein schöner Abend werden, genieß ihn. Alle Anderen werden Dir aus der Schei….. helfen müssen und sicher fröhlich darüber sein. Und solltest Du glauben besonders clever zu sein und einem Kollegen Mise-en-Place aus dem Kühlhaus zu klauen, wird er sich sicher nach dem Service bei Dir bedanken, freu Dich drauf, auch das wird sicher ein intensives Erlebnis.




Manchmal ist es etwas lauter, na und!

Manchmal, aber nur manchmal, könnte es etwas lauter werden in einer Küche, also lebe damit und sein kein Weichei. Eine Küche ist ein spezieller Ort, hier geht’s manchmal zur Sache, leider ist keine Zeit sich im Kreis aufzustellen, an den Händen zu halten und Kumbaya zu singen. Wenn Du das nicht ab kannst, ist es besser Du gehst wieder zurück in den Streichelzoo.

Respektiere das Stewarding!

Eine weitere Regel in der Küche und diese ist eine der wichtigsten überhaupt: Behandle die Spüler mit Respekt und begegne ihnen mit Freundlichkeit. Ohne sie sind wir nichts, sie halten Alles am Laufen, versorgen Dich mit Töpfen, Pfannen und kümmern sich, das alles sauber ist. Sie sind das Herz der Küche und verdienen Respekt. Solltest Du das nicht tun, wird dich ein guter Chef gerne mal hier einteilen und du wirst danach für den Rest deines Lebens der beste Freund der Casseroliers sein.


Feiern ist okay! Arbeiten aber auch!

Feiern ist keine Entschuldigung, um zu spät zu kommen oder ganz zuhause zu bleiben. Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Ach ja und bevor ich es vergesse, pünktlich ist in einer Küche mindestens 10 Minuten vor Arbeitsantritt in kompletter und sauberer Kleidung!

Hygiene ist wichtig, also mach´s richtig!

Lerne die Hygieneregeln und befolge sie. Das Gleiche gilt für die Ordnung in der Küche: Alles, absolut Alles hat seinen Platz, also lass es da oder stell es wieder zurück, wenn Du es gebraucht hast.


Sein kein Volldepp!

Und das wichtigste am Schluss, wenn Du ein Depp bist oder glaubst, Alles besser zu können, wirst du nicht weit kommen, also sei bitte sei kein Trottel und arbeite im Team, denn es geht nur zusammen, eine solche Hochleistung täglich abliefern zu können.



Lebe die Leidenschaft!

Wenn Du jetzt immer noch liest und Dir nicht die Windeln eingenässt hat, bist Du schon einen Schritt weiter. Du könntest, wenn Du alles beherzigst, doch ein paar Tage durchstehen, aber um es zu lieben, brauchst du eine andere Zutat: Leidenschaft.

Wenn Du merkst, wie vor dem Service Dein Puls langsam steigt und Du es kaum erwarten kannst, dass sich die Brigade wieder in völligem Einklang durch einen Abend kämpft und die Teller wie pure Perfektion zum Gast gehen, dann, ja dann, hat es Dich erwischt.

Dann bist Du im Herzen schon ein Koch.



Und egal in welch einem Betrieb Du bist, wenn die Leidenschaft der Köche beim Gast ankommt, dann ist das der Erfolg, um den es geht. Am Ende des Tages geht es um Essen, richtig gutes, wundervolles, traumhaftes, schmackhaftes, einzigartiges, affengeiles Essen.

Vergiss das nie!

Und jetzt ist es genug mit der Leserei,

Ab in die Küche mit Euch und schicken Burschen:-)

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter



Dienstag, 30. Oktober 2018

So heiß kann Kürbiskuchen sein!




Servus Zusammen,

jetzt, wo es draußen wieder kälter wird, die Blätter langsam von den Bäumen fallen und es eh nur regnet, geht´s bei meiner Frau daheim wieder los mit Kuchen backen.


Und ich sag Euch, ich kann da einfach nicht widerstehen, denn wenn meine zuckersüße Frau süße Kreationen zaubert, wird es einfach nur traumhaft bei uns dahoam.


Da riecht es dann nach frisch gebackenem Kuchen, es gibt überall was zu probieren und meine Frau hat Puderzucker auf der Nasenspitze, was sie einfach nur noch süßer macht.


Jetzt in den nächsten paar Tagen ziehen ja wieder die Zombies durch die Stadt, ich meine jetzt aber nicht die Besoffenen, die Abends aus dem Wirtshaus heimgehen, obwohl sie an diesem Tag wenigstens mal einblenden, ich rede von Halloween, das bei uns auch immer beliebter wird.


In Bayern ist das allerdings echt gefährlich sich als lebender Toter zu verkleiden und durch die Straßen zu laufen, denn nicht jeder Bayer kennt Halloween, aber die Meisten schauen „The Walking Dead“.
Das wird dann wohl mehr so eine Art Treibjagd, wenn man auf die Falschen trifft.


Aber ich schweife ab, heute backt meine Nicole einen Kürbiskuchen, den Ihr ganz leicht dahoam nachmachen könnt.
Und das braucht Ihr dazu:

Für den Rührkuchen:
4-5 Eier
250g Zucker
250g Butter
250g Mehl

Soweit ist das eine recht übersichtliche Zutatenliste, denn es gibt nix Einfacheres, als einen Rührkuchen.


Ihr könnt jetzt in den Teig noch Limettenabrieb hineingeben, gekochte Kürbisstückerl oder ihn einfach frei nach Euren Wünschen pimpen.

Und so wird er gemacht:

Mit der einen Hälfte des Zuckers die Butter, mit der anderen Hälfte die Eier schaumig schlagen. Dann rühren wir die beiden Massen zusammen, heben das Mehl unter und fertig sind wir.


Jetzt fetten wir zwei Gugelhupfformen mit Trennfett oder Butter ein und füllen die Formen zu 2/3 mit unserem Teig.
Jetzt geht es auch schon ans Backen, in unserem Fall bei 170°C für 45 Minuten im vorgeheizten Ofen.
Anschließend nehmen wir unsere Kuchen aus dem Ofen und kümmern uns um unsere Creme.


Für die Buttercreme brauchen wir:

Das dass keine kalorienarme Geschichte wird, war ja wohl klar, aber wir wollen unserem Kürbis ja auch ein entsprechendes Aussehen geben.

250g weiche Butter
250g Puderzucker
20g   Vanillezucker
60ml Sahne
Und etwas Lebensmittelfarbe Orange, damit unsere Masse die Farbe eines Kürbis annimmt.


Und so wird´s gemacht:

Butter, Vanillezucker und Puderzucker cremig aufschlagen. Nun tröpfchenweise die Farbe unterarbeiten, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Die Sahne separat aufschlagen, unter die fertige Masse heben und bis zur Weiterverarbeitung kaltstellen.


Soweit so gut, nachdem wir nun unsere Kuchen aus der Form genommen haben, legen wir diese an den Unterseiten zusammen und schon ergibt sich eine relativ runde Form. Je nach Bedarf noch ein bisserl zuschneiden und in Form bringen.


Jetzt kann man in das mittlere freie Loch noch alles Mögliche hineingeben, in unserem Fall Fledermäusen und anschließend bestreichen wir unseren kommenden Kürbis mit der Buttercreme.
Jetzt braucht es a bisserl künstlerisches Geschick und ein wenig grünen Marzipan für den Stiel - Und fertig ist der Kürbiskuchen.


Und jetzt geht´s eigentlich nur noch direkt auf dem Kaffeetisch zum Genießen mit Freunden oder Familie, denn so schmeckt er am besten.

Ich danke meinem Engel Nicole, dass sie ihr Rezept mit mir und Euch geteilt hat und wünsche Euch viel Spaß beim Backen. Mehr von Nicoles Kreationen gibt’s auch auf Instagram unter diesem Profillink: Einfach hier anklicken @instagram Nicole Savels

Ich mach mich jetzt fertig für die alljährliche Purge 😊 oder wie hieß das Fest nochmal?

Bleibt´s brav und feiert´s schee

Euer
Alexander Reiter







Mittwoch, 10. Oktober 2018

Schritt für Schritt zum sexy Käseglück!




Servus Ihr Lieben,
nachdem wir nun alle die Wiesn hinter uns haben und einigermaßen wiederhergestellt sind, geht’s heut mal wieder ums leibliche Wohl.


Es geht um ein Gericht, das Ihr Alle Zuhause ganz leicht nachkochen könnt und das wieder einmal zeigt, dass wir alles Guade, was der Herrgott gemacht hat, direkt vor der Haustür ham.
Heut gibt’s nämlich


Gebackenen Bayrischen Ziegenkäse mit roter Zwiebelmarmelade, Speck und gebratenen Steinpilzen.

Und bei Allem kommt es wieder einmal auf die guaden bayerischen Produkte an, die dieses Essen zum Genuss werden lassen.


Zuerst einmal war ja heuer ein phantastisches Schwammerljahr, also hab ich mir einfach ein paar Steinpilze aus dem Wald geholt und dabei bin ich auch noch an die frische Luft gekommen, soll ja auch gesund sein😊


Doch was wir alles so brauchen, lest Ihr jetzt hier:

Für den Käse
1 Ziegenkäse (Hier gibt’s tolle cremige Ziegenkäse aus Bayern, wie den Zauberburg)
6 Scheiben dünn geschnittenen Bauernspeck



Für die Zwiebelmarmelade:
3 rote Zwiebeln, geschält und in Streifen geschnitten
0,1 ltr Rotwein
0,1 ltr Preiselbeersaft
Etwas frischen Thymian und Salz und Pfeffer aus der Mühle


Für den Teig:
250g Mehl
7g Hefe
3 EL Olivenöl
3El Milch
4g Salz
1TL Zucker
130ml Wasser



Für die Streiche:
1 Ei
4cl Sahne  



Und so wird´s gemacht:
Zuerst einmal müssen wir unsere geschälten und in feine Streifen geschnittenen roten Zwiebel in etwas Öl glasig anschwitzen. 


Anschließend löschen wir das ganze mit Rotwein ab und lassen diesen zur Hälfte einkochen. Dann kommt unser Preiselbeersaft dazu, der solange mitgekocht wird, bis alle Flüssigkeit eingekocht ist. 


Was übrig bleibt, ist eine herrlich süße Zwiebelmarmelade, die wir noch mit frischem Thymian sowie Salz und Pfeffer abschmecken.
Während unsere Zwiebelmarmelade abkühlt, beginnen wir mit unserem Teig.


Den Zucker und die Hefe in lauwarmem Wasser einrühren und etwas stehen lassen. Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und eine kleine Mulde hineindrücken.


Die Milch und das Olivenöl hineingeben sowie die Hefemischung und mit den restlichen Zutaten alles zu einem Teig verarbeiten. Diesen Teig lassen wir jetzt mindestens 2 Std ruhen und dann kann es auch schon weitergehen.


Nachdem wir nun die Hauptkomponenten zusammen haben, geht es folgendermaßen weiter:
Der Teig wird auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt und anschließend mit einem Ausstecher ausgestochen.


Unseren Käse halbieren wir und füllen ihn anschließend mit Zwiebelmarmelade.


Nun ummanteln wir den Käse mit unserem Speck, setzen diesen auf den ausgestochenen Teig und bestreichen die Ränder mit Eistreiche.


Nun eine Zweite Teigschicht zum Verschließen oben drauf, bestreichen das Ganze nochmal mit Eistreiche und lassen anschließend unseren Käse im vorgeheizten Ofen bei 220°C für ca. 12-14 Min goldbraun backen.


In meinem Fall kommen noch meine gebratenen Steinpilze dazu und a bisserl was fürs Auge und fertig ist das Käseglück.
Traut´s Euch ruhig, Ihr könnt das sicher auch und erleben kann man beim Kochen immer was.


Vom Einkaufen auf dem Markt übers Schwammerl brocken bis hin zum Genießen mit Freunden oder Familie. Und wenn Ihr es mit Liebe kocht, dann wird’s auch was, versprochen.


Genießt´s den goldenen Herbst und bleibt´s kulinarisch,
Euer
Alexander Reiter

Montag, 17. September 2018

Nachrichten aus dem Zwetschgenbaum oder Schritt für Schritt zum Zwetschgenknödel!




Ich liebe den Spätsommer, es macht mir immer wieder bewusst, wie gesegnet wir eigentlich doch alle sind. Die Natur steht in voller Pracht und wir dürfen uns an ihr und ihren Gaben erfreuen.


Im Wald schießen die Schwammerl heuer nur so aus dem Boden und in den Gärten biegen sich die Äste, egal ob Birnen, Äpfel oder Zwetschgen.


Die Oachkatzerl huschen hin und her und kriegen vor lauter Reizüberflutung fast einen Herzinfarkt und die Schafe meines Vaters sitzen unterm Baum und warten, bis ein Apfel runterfällt, um sich dann alle gleichzeitig draufzustürzen.


Apropos Zwetschge, wenn ich früher als kloana Bua was angestellt hab, bin ich immer rauf auf den Zwetschgenbaum gestiegen, denn das war der einzige Platz, an den mein Vater nicht hin kam.
Und glaubt mir, ich hab hier viel Zeit verbracht. Irgendwie war ich, glaub ich, kein einfaches Kind.


Und hier sitz ich jetzt auch grad und ess meine Zwetschgen, bin mit der Welt zufrieden und fühl mich echt pudelwohl. Okay, ich hab länger gebraucht, als früher und es ist auch nicht mehr soviel Platz hier oben, wie ich es in Erinnerung habe, aber ich sitz' halbwegs gemütlich, um Euch mein heutiges Rezept aufschreiben zu können.


Es ist ein Rezept, das in der Zubereitung kinderleicht und einfach einzigartig im Geschmack ist.


Hausgemachte Zwetschgenknödel mit Schuss
Und Ihr braucht dazu folgendes:


Erst einmal natürlich Zwetschgen, ich nehm immer die kleineren Hauszwetschgen. Sie sollten völlig ausgereift sein, dann schmecken sie am besten. Die Hauszwetschge oder Bauernzwetschge ist eine spät-reife Sorte, die bei uns recht oft vorkommt und welche von Ende Juli bis Ende September geerntet.


Aber ich schweif ab, für die Knödel brauchen wir:
500g Zwetschgen
750g mehlig kochende Kartoffeln
270g Mehl
2 El Butter
2 Eier
Salz
Würfelzucker
Und Zwetschgenschnaps für die Knödel und zwischendurch :-)


Für die Brösel:
200g Semmelbrösel
200g Butter
und Pudelzucker zum Bestäuben


Ihr seht schon, viele Zutaten sind das nicht und so wird´s gemacht:
Die Kartoffeln in der Schale kochen und noch heiß schälen, anschließend am besten durch eine Presse drücken und mit Mehl, Ei, Butter und Salz zu einem Teig verarbeiten. Wenn der Teig noch ein wenig kleben sollte, noch etwas Mehl unterarbeiten und dann ruhen lassen.


Die Zwetschgen waschen, zur Hälfte aufschneiden, entkernen und den Würfelzucker hineingeben. Anschließend mit etwas Zwetschgenschnaps tränken und mit dem Kartoffelteig gut umhüllen.


Wenn das geschafft ist, die Zwetschgenknödel in, mit Stärke leicht abgebundenem Salzwasser für 12 min köcheln lassen.
Nach dem Kochen mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und kurz abtropfen lassen.
Am Ende noch die Knödel in den, in der Pfanne erhitzten Butterbröseln wenden, mit Puderzucker bestreuen und genießen.
Dazu passt gut Vanillesauce oder ein paar glasierte Zwetschgen.
Egal wie, diese süßen Knödel werden Euch schon verzaubern, versprochen.


Ich für meinen Teil sitz jetzt schon lang genug auf meinem Zwetschgenbaum, ich glaub die Luft ist rein.

Wart mal, ich hab ja gar nix angestellt!

Also Ihr Lieben, lasst Euch die Sonne ins Gesicht scheinen, genießt den kommenden Herbst, am besten in der Natur und kocht Euch glücklich.

Euer