Donnerstag, 14. Januar 2021

Ist Veganuary nur der Anfang? Wie is(s)t die Welt der Zukunft?



Servus Ihr Lieben,

Ein Ernährungstrend, der in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden hat, ist die vegane und vegetarische Ernährung.

Nun kann man beobachten, dass sich jährlich immer mehr Menschen rund um den Globus Gedanken machen, um was und wie sie essen, auch in Bezug auf ihre Umwelt und das Klima.

Und nicht zuletzt ist hier der „Feel-Well“ Faktor nicht zu unterschätzen, denn möchte nicht jeder das Richtige für sich und die Umwelt tun?


Ein schöner Gedanke und man merkt, dass dies nicht nur eine Modeerscheinung ist, wie Bubble-Tea oder Cronnuts, es ist eine Ernährungsbewegung, die gekommen ist, um zu bleiben.

Speziell im Januar ist jetzt seit einigen Jahren der Veganuary als veganer Monat immer beliebter geworden und so ist auch die Industrie drauf und dran, sich auf die neuen Ernährungsgewohnheiten einzustellen.


Längst haben es Quinoa und Co. vom Reformhaus in die Supermärkte geschafft und es gibt wohl keinen mehr, der nicht schon gemerkt hat, dass das Sortiment an veganen Zutaten und organischen Lebensmitteln stetig zunimmt.

So ist der Anteil von Bioprodukten in den Supermärkten in Deutschland in den letzten 5 Jahren auf ganze 6,5% vom Gesamtlebensmittelumsatz gestiegen. Ein nicht zu unterschätzender Wachstumsmarkt.

Hiervon profitieren auch die Hersteller und so dreht sich die Spirale langsam in Richtung Nachhaltigkeit und umweltbewusste, gesunde Ernährung.

Doch woher kommt der Sinneswandel?

Ernährung ist unter anderem zu einer Art Lebensphilosophie geworden.

Es scheint fast so, als würden wir beginnen, unsere Gesundheitssünden der Vergangenheit hinter uns lassen. Jährlich weniger Raucher, rückläufiger Alkoholkonsum und stetig abnehmender Fleischgenuss bei der Generation Y und Z.

Ernährung wird zelebriert, gepostet, geteilt und getweeted. Man identifiziert sich mit seiner Ernährung und feiert die Gesundheit als Teil der eigenen Identität.

Doch was für Vorteile hat eine vegane oder einfach eine nachhaltige Ernährung auf unseren Körper?

Das ist eigentlich einfach zu beantworten, unser Körper befindet sich evolutionär gesehen noch auf dem Stand der Steinzeit. Zu diesem Zeitpunkt entwickelten sich die hochkalorischen und sehr fleisch-lastigen Ernährungsformen und Gerichte, die uns zum Teil noch bis heute begleitet. Zur damaligen Zeit war das Leben hart, die Winter kalt und das Überleben schwer.

Unser Körper ist von Natur aus darauf ausgelegt, ungenutzte Energie umzuwandeln und für schlechte Zeiten einzulagern und so sollte klar sein, woher die Probleme stammen, denen wir jetzt gegenüberstehen.

Noch immer essen wir wie unsere Vorfahren, doch sind wir längst nicht mehr so gefordert, wie früher und so sind die Folgen des ständigen Überflusses klar. 

Die Herzkreislauferkrankungen nehmen seit Jahrzehnten stetig zu und Menschen auf der ganzen Welt sterben weit vor Ihrer Zeit. Diabetes ist schon fast zu einer Volkskrankheit geworden und viele Krebsarten stehen in direkter Verbindung mit einer ungesunden Ernährung. Und ich könnte die Liste noch viel weiterführen.

Doch jede Herausforderung führt beim Menschen zu Veränderungen und er passt sich an.

Für gewöhnlich dauert ein solcher Prozess Jahrtausende, doch ist es in dieser Beziehung an der Zeit für uns diese Veränderung selbst in die Hand zu nehmen.

Nun ist das erste Mal in der Evolutionsgeschichte die „Zeit des Menschen“ gekommen. Wir haben nun eine Stufe erreicht, an der wir selbst entscheiden müssen, wie unsere Entwicklung weitergeht. Das Antropozän ist unsere Chance zu zeigen, dass wir als Spezies in der Lage sind, weitgreifende Entscheidungen und Entwicklungsschritte einzuleiten.

Das erste Mal in der Geschichte hat sich der Mensch zu einem Punkt entwickelt, an dem er die Evolution überholt hat und nun selbst die Zukunft, seine Umwelt und sein selbst beeinflussen und verändern kann. Stetig steigt unser Wissen über uns und unsere Gene, unsere Stoffwechselvorgänge und unsere Bedürfnisse, sowie auch unserer Umwelt, die Zusammenhänge in der Natur und unseres Planeten.

Und wie sind die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen?

Ein Großteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen Weltweit sind Weidefläche, eine Umstellung eines Teils der Weltbevölkerung auf eine vegetarische oder vegane Ernährung könnte daher in der Zukunft dafür sorgen, die stetig anwachsende Menschheit zu ernähren.

Hier liegen die Vorteile auf der Hand. Nachwachsende Rohstoffe sind kostengünstiger in einem kürzeren Zeitraum zu produzieren und haben generell eine längere Haltbarkeit.

Doch mein Gedankenspiel ist natürlich nicht der Grund, dass sich jährlich immer mehr Menschen für eine fleischlose Ernährung entscheiden.

Hier sind die Gründe mannigfaltig, doch glaube ich hier an die Jugend und ihre sich jetzt schon so positiv auswirkende Weitsicht in vielen Dingen.

Natürlich wird all das nicht über Nacht passieren, gibt es doch noch so viele, die sich mit Billig- Separatoren Wurst aus dem Discounter vollschlagen und dann wundern, dass sie über die Jahre krank werden. Jeder soll nach seiner Facon selig werden, wie schon Friedrich der Zweite anmerkte, von der Leberkäsfraktion bis zum unbelehrbaren Fast Food Junkie, der selbst einen 1 € Burger isst, seinem Auto aber Hochleistungsöl für 25 € gönnt.

Ich persönlich sehe da kein Problem, denn die Evolution löst alles auf ihre Weise von selbst.

Es ist abzuwarten, wie sich die Zukunft entwickelt und es würde mich freuen, wenn die Welt ein bisschen gesünder und klüger am Ende dieses Jahrhunderts wäre; begreift, dass alles auf unserem Planeten in Zusammenhang steht und wir alle eine Verantwortung für unsere Umwelt tragen.

Du bist was du isst, einfach prägnant und immer noch so zutreffend.

Ich lass Euch jetzt mit Euren Gedanken allein und erfreue mich heute an einer richtig tollen Süßkartoffelpfanne.

Bleibt´s gesund

Mit kulinarischen Grüßen,

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de


Samstag, 12. Dezember 2020

Weihnachtsmann und Co.- die ganz besondere Liefer-Crew!

 

Es war wieder Weihnachtszeit und hier am Nordpol war die Landschaft in helles Weiß getaucht. Die Äste der Bäume bogen sich durch die Last des Schnees.

Es war ein majestätischer Anblick, der auch Santa Claus, das Cristkindl und die Krampusse jedes Jahr auf´s Neue verzauberte.

Wie jedes Jahr trafen sie sich bei Santa, um dann gemeinsam in seinem Schlitten die lange Reise vom Nordpol in die Welt zu machen und da Santa nun mal den Schlitten hatte, war das eben das Naheliegendste, sich bei ihm zu treffen.

Und so standen sie nun alle vor seinem Haus im Wald und tranken Glühwein, während Santas kleine Elfen Helfer all die Geschenke in seinen Schlitten luden.

Die Rentiere wirkten ruhig und freuten sich auf die Reise, allen voran Rudolf, dessen Nase wie wild blinkte.

Es war ein stilles Jahr gewesen und irgendwas war heuer anders, doch da Santa und die anderen hier oben nicht gerade gesegnet waren mit Nachrichten, war es nur so ein Gefühl, das so schnell, wie es gekommen war, auch wieder verging.

Nachdem die Helfer nun alles aufgeladen hatten, stiegen alle ein und los ging es, hinaus in die Welt.

Der Flug verlief ereignislos doch fiel dem Christkindl auf, dass trotz Weihnachtszeit wahnsinnig wenige Menschen auf den Straßen und in den Städten waren und Weihnachtsmärkte waren weit und breit nicht zu sehen.

Und so flogen sie nachdenklich weiter und waren etwas verdutzt, dass sich dieses Bild überall wiederholte.

Wie immer legten sie auch dieses Jahr einen kleinen Zwischenstopp beim Hansi ein. Da gab es eine super Brotzeit und einen spitzen Kaiserschmarrn. Der Hansi war einer dieser Menschen, der sich sein inneres Kind erhalten hatte, was ihm ermöglichte, den Zauber von Weihnachten immer noch sehen zu können und so kehrten sie immer wieder gerne bei ihm in seinem Wirtshaus ein, bevor die Arbeit los ging.

Doch heuer war das alles anders.

An der Tür konnten sie geschrieben lesen „Nur mit Mundschutz eintreten“. „Hmmmm, da muss die Grippe die Belegschaft aber ganz schön erwischt haben, wenn sie es schon an die Tür schreiben.“ sagte Santa und die anderen nickten zustimmend.

Drin angekommen, kam sofort Hansi auf sie zu und sagte sehr beschämt „Hallo Ihr Lieben, ich würde euch so gern bewirten, aber ich darf nicht“. Bei diesen Worten stiegen ihm die Tränen in die Augen und er sagte schniefend weiter „Aber ich habe Euch a paar Tüten mit Schmankerl fertiggemacht.“

„Ja was ist denn los, Hansi?“ fragte Santa mit mitfühlender Stimme. Hansi wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte „Mal echt Santa, Du lebst wirklich am Nordpol, du bekommst ja gar nichts mit! Die Pandemie ist los, wir dürfen nur Lieferspeisen anbieten und sonst ist soweit alles zu.“

Nachdem Hansi Santa und den anderen nun die ganze Geschichte ausführlich erklärt hatte, war Santa sehr besorgt.

 „Aber dann darf ich und das Christkindl ja auch nicht zu den Kindern und der Krampus und Buttenmandl auch nicht.“

Hansi runzelte die Stirn und sagte „So geht´s uns allen im Moment, Du hättest die Leute mal im April sehen müssen, da sind sie alle mit Klopapier rumgelaufen!“

Santa schenkte Hansi einen verwirrten Blick, doch dieser redete ohne Pause weiter „Also, es ist schwer die Menschen glücklich zu machen als Gastronom dieser Tage, aber wir machen Lieferservice.  So halten wir uns über Wasser und wir können den Leuten doch ein bisschen Freude vermitteln, denn wir verkaufen nicht nur Essen, sondern auch Glücksmomente; das ist eben mal die Passion der Gastronomen.“

Und als Hansi so redete, kam Santa die zündende Idee. Es würde zwar heuer keine Krampusläufe geben und Wintermärkte konnte er auch nicht besuchen, doch mit dem Hansi Weihnachtsessen ausliefern, das konnte er sehr wohl und schnell wie der Wind waren sie auch noch mit Rudolf und seinem Schlitten.

Santa gefiel der Gedanke und Essen macht nun mal glücklich, speziell in diesen Zeiten.

Und so schaute Santa den Hansi lächelnd an und sagte „Okay, wir sind dabei, wir sind heuer Deine Lieferjungen, nun ja und Engel und Dämon, Rentier… also halt Deine Liefer-Crew!!“

Und so entwickelten sie gemeinsam in Windeseile und mit etwas weihnachtlichem Segen ein wirklich großartiges Liefersystem.

Dieses ermöglichte es Hansis Essen zu liefern und auch die göttlichen Aufträge zu erledigen. Rudolf besorgte sich eine kleine rote Lieferkappe, war wie in seinem Element und sah wirklich toll aus mit blinkender Nase, Mundschutz und Kappe auf.

Auf den Flyern stand dann „Hier liefert neben Nikolaus auch Christkindl und Krampus aus!“, was ganz gut ankam.

Das Christkindl verteilte so seine Geschenke als Goodie beim Gänsebraten, bei den bösen Kindern schickte man den Krampus frei Haus, sozusagen als Dessert und zu so manchem Politiker kamen das Buttenmandl und der Krampus, die sie auch gleich im Sack mitnahmen.

Irgendwie entwickelten die beiden Winterdämonen dabei eine eigene Energie und kümmerten sich auch gleich noch um einige Alu-hutträger und einen veganen Verschwörungstheoretiker, der wohl zu lange mit dem Kopf an der Heizung geschlafen hat.

Ihr frag warum? Ganz einfach, im Fall der Politiker, wenn man den kleinen Unternehmern Hilfe verspricht und dann kommt nichts, eindeutig ein Fall für den Sack. Und bei dem veganen Spinner und den Aluhüten erklärt es sich wohl von selbst.

Ganz besonders am Herzen lagen ihnen aber die Senioren, Kranken und all die Helfer. Hier legten sie besonderen Wert darauf, dass alles passte und halfen auch den Köchen in den Krankenhäusern und Seniorenheimen ein schönes Weihnachtsessen zu zaubern.

Diese Weihnachten waren anders bestimmt, doch entfachte gerade diese Situation eine Welle der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, die alles überstrahlte.

Und auch wenn dies nur eine Geschichte von mir war, Ihr könnt dennoch heuer Euer Weihnachten zu etwas ganz Besonderem machen.

Es sind nicht die Geschenke oder der große Weihnachtsbaum, die Weihnachten ausmachen, es ist allein Eure Lieben, die dem Fest den Zauber schenkt.

Und neben Lieben ist Helfen wohl das schönste Verb auf der Welt.

Wir das Team vom Schlemmerblog München Herbert Hörnlein, Nicole Savels und ich wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt´s uns gesund.

Euer

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de



 

Samstag, 21. November 2020

Ein Topf voller Geschmack! Rindfleischeintopf unter dem Blätterteighauberl

 

Servus Ihr Lieben,

wenn mir früher der Geruch von Mamas Rindfleisch-Eintopf in die Nase stieg, fühlte ich mich immer sofort geborgen und glücklich, ein schönes Gefühl und auch heute hat sich daran nichts geändert.

Nun ja, ich bin ja auch nur ein bisserl älter als damals, hab aber noch immer guten und intensiven Kontakt zu meinem Inneren Kind:-)

Ich verbinde sehr viele Gerichte mit Familie und besonderen Erinnerungen. Das ist wohl bei jedem so, doch sollten wir uns vielleicht gerade jetzt öfter darauf zurückbesinnen.

Wer weiß schon, was morgen kommt und auch das war wohl schon immer so, doch können wir sehr wohl selbst bestimmen, wie unser Heute aussehen soll.

Ein liebes Wort kann für deinen Gegenüber die Welt bedeuten, ein Lächeln seinen Tag erhellen oder eben ein wunderbar duftender Eintopf die Welt verändern.

Denkt doch bitte mal darüber nach, während Ihr Euch vielleicht einen schönen Eintopf kocht.

Und das ist denkbar einfach, Ihr braucht dazu folgendes:

500g Rindfleisch aus der Keule, 1 ltr. Gemüsebrühe (die könnt Ihr Euch auch super aus den Gemüseabschnitten kochen)

1 Zwiebel, 2 Karotten, 100g Sellerie, 100g Zwiebellauch, 3 Kartoffeln, 4 Wacholderbeeren, ein Lorbeerblatt, frischer Majoran, frische Petersilie, eine Zehe Knoblauch, 50g Petersilienwurzel und 100g frische, grüne Bohnen.

Je nach Gusto passen auch gut Steckrüben oder etwas Kürbis dazu.

Die Zubereitung kommt jetzt:

Das Keulenfleisch in ca. 2cm große Stücke schneiden und in Butterschmalz von allen Seiten ca. 4-5 min gut anbraten, anschließend in einen Topf umfüllen und mit Brühe aufgießen.

Die Zwiebeln in Würfel schneiden und zugeben. Die Gemüse, die ihr am besten alle in die gleiche Größe schneidet, denn dann garen sie alle gleichmäßig, ebenso hinzugeben, zuerst die Kartoffelwürfel und die Wurzelgemüse und ca.35 min köcheln lassen. Anschließend kommen der Lauch, die Bohnen und die frischen Kräuter noch dazu, dies kurz vor Ende der Garzeit.

Natürlich noch Abschmecken mit Salz und Pfeffer und wer möchte mit etwas frischem Liebstöckel.

Um dem Ganzen ein bisserl was Besonderes zu verleihen, verpasse ich meinem Eintopf gerne noch einen Blätterteighaube und backe diese bei 185°C im Ofen, bis die Haube schön golden gebacken ist. Da ich dazu einen Römertopf verwende, kann ich das alles wunderbar in einem Topf machen, Eintopf eben.

Es ist für mich etwas Wunderbares, wenn man dann die Haube aufsticht und der Duft einem in die Nase steigt, einfach ein Traum.

Aber das ist wie immer nur eine mögliche Variante.

Am besten genießt Ihr Euer Schmankerl mit einem frisch gebackenen Bauernbrot.

Ich geh jetzt ein bisserl in der schönen Herbstsonne spazieren (natürlich auch mit Hauberl) und lass mir hinterher meinen Eintopf schmecken. Den hab ich mir dann aber auch verdient!

Viel Spaß beim Nachkochen und bleibt´s mir gesund und hungrig,

Euer

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de




Samstag, 17. Oktober 2020

Wilde Zeiten! Herbstliches Hirschragout mit Rotwein und Schokolade

 

Servus Ihr Lieben,

nachdem uns der Herbst in diesem Jahr in seiner ganzen Farbenpracht so reich beschenkt, bin ich natürlich auch oft draußen in der Natur, genieße die letzten warmen Tage, geh in die Schwammerl oder erfreue mich einfach nur an den letzten Sonnenstrahlen des Jahres.

Ich mag den Herbst, seine besondere Stimmung und natürlich auch seine Aromen.

Und heute möchte ich eines meiner Lieblingsschmankerl mit Euch teilen, nämlich ein Hirschragout mit Bitterschokolade.

Und glaubt mir, das ist kinderleicht zubereitet und schmeckt einfach himmlisch.

Zuerst einmal ist es wichtig, dass Ihr Euch beim Metzger Eures Vertrauens ein richtig schönes Stück Hirschschulter oder Keulenfleisch bestellt. Am besten lasst Ihr es Euch gleich würfeln, dann spart Ihr Euch den Arbeitsschritt schon einmal. Die Würfel sollten ca. 3-4cm groß sein dann, wird´s auch was; für 4 Personen sollten so 700 g Hirschfleisch reichen.

Anschließend macht Ihr Euch eine gute Flasche Rotwein auf, probieren ist natürlich erlaubt, und kocht diesen auf. Zu dem Rotwein kommt noch etwas Balsamico, eine Zehe geschälter und grob gehackter Knoblauch, zwei grob gewürfelte Zwiebeln, ein paar Nelken, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und ein bisserl frischer Thymian. Wenn die Beize abgekühlt ist, übergießen wir damit unser Fleisch und lassen es für 24 Std. marinieren.

Nach dem Marinieren nehmen wir unser Fleisch heraus und gießen den Fond durch ein Sieb.

Wenn wir das Fleisch trockengetupft haben, erhitzen wir in einem Bräter etwas Öl, braten unsere Fleischstücke darin scharf an und geben gewürfelte Zwiebeln und etwas Knoblauch dazu. Nun löschen wir das ganze mit Rotwein und unserer Beize ab und lassen das Ganze für ca. 50-60 min schmoren.

Wenn unser Fleisch weich ist, nehmen wir es heraus und gießen unsere Sauce durch ein Sieb. Nun wird diese mit Portwein, etwas Balsamico Salz und Pfeffer aus der Mühle abgeschmeckt.

Am Ende binden die Sauce gegeben falls etwas ab, lassen unsere Bitterschokolade einschmelzen, geben unser Fleisch wieder dazu und dann geht`s schon los mit dem Anrichten.

Ich serviere das Ganze mit einigen gebratenen Schwammerln und Nuss-Spätzle in einem kleinen Kürbis. Aber es passen auch gut Kartoffelknödel oder Rotkohl oder ein paar Maronen dazu.

Nun fehlt nur noch ein schönes Feuer im Kamin und schon kann der Abend mit einem herbstlichen Schmankerl mit Pfiff beginnen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen und Genießen,

Bleibt´s gesund,

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de

 

 

Mittwoch, 16. September 2020

Nudeln sind auch keine Lösung! Meine ganz persönlichen Gedanken zur Pandemie

 


Servus Ihr Lieben,

Ich hoffe, es geht Euch gut, Ihr genießt die Spätsommertage und seid gesund.

Ich bin ja schon ein bisserl nachdenklich, wenn ich so über die Pandemie nachdenke. Ich hab noch genau die Bilder im Kopf als überall im Land, Menschen mit Wägen voller Nudeln und Klopapier aus dem Supermarkt stürmten und plötzlich nur noch Pasta in aller Munde war.

Gastronomie bekam von der Politik plötzlich den Stempel verpasst, nicht mehr systemrelevant zu sein und im Netz inszenierten sich manche Leute, als wenn die Zombieapokalypse vor der Tür stehen würde.

Dosenvorräte wurden angelegt und der Ein oder andere hat wohl etwas den Bezug zur Realität verloren.

Doch auch wenn die Pandemie eine sehr reale Bedrohung ist, stellt sich mir hier doch eine Frage:

Was heißt denn eigentlich systemrelevant?

Für Gastronomen, Hoteliers, Caterer und alle Gastgeber ist es sehr wohl systemrelevant, den Menschen ein gutes Mahl, unvergessliche Stunden oder ein Zimmer für die Nacht zu geben, genauso, wie die Industrie, die dahintersteht und uns dabei unterstützt.

Ich bin mir sicher, ohne unsere Branche wäre die Welt ein trauriger Ort. Aber Gott sein Dank hat ja jeder genug Pasta zuhause. Na dann, Mahlzeit.

Wir sollten in dieser Krise nicht vergessen, dass jede Branche in Deutschland eine wichtige Rolle spielt und ich glaube, das ist doch einen Gedanken wert. Denn für viele war diese Aussage der Todesstoß und da helfen nun auch keine schönen Worte mehr.

Gott sei Dank gibt es nichts Stärkeres, kreativeres und innovativeres als Gastronomen und so haben sich viele großartige und einfallsreiche Ideen entwickelt, wurden neue Märkte erschlossen und sich in Windeseile auf die neue Situation eingestellt.

Gastronomen kennen eben keine Probleme, nur Aufgaben und Lösungen!

So, wie es ausschaut, wird uns diese Pandemie noch einige Zeit begleiten, doch möchte ich Euch alle bitten, auch weiterhin euer Wirtshaus nicht zu vergessen, Euren Lieblingsbiergarten oder Euer Schmankerl-Restaurant.

Wir alle lieben es Euch zu bewirten, zu bekochen und mit Euch zu feiern.

Wir leben von Eurem Lächeln, genießen es, Eure Hochzeiten und Feierlichkeiten zu etwas Besonderem zu machen oder Euch einfach nur den Tag zu versüßen.

Das ist für mich systemrelevant – das nennt sich Leben! Wir sollten sehr aufpassen nicht zu vergessen, was ein solches ausmacht.

Den ehrenwerten Politikern, die unsere Branche als nicht Systemrelevant bezeichnet haben, empfehle ich, ein kleinwenig über Respekt und Wertschätzung nachzudenken.

Doch bin ich mir sicher, wir bedienen sie trotzdem, für uns ist nämlich jeder Gast relevant, denn wir machen da keine Unterschiede.

Bleibt mir gesund,

Euer

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de