Donnerstag, 21. März 2013

Was ist eigentlich Kochkunst?


Was ist eigentlich Kochkunst?

 Am Anfang unseres noch jungen Schlemmerblogs sollten wir uns doch erst mal die Frage stellen: Was ist Kochkunst?

Laut Definition ist Kochkunst das Handwerk, aus Lebensmitteln schmackhafte Speisen herzustellen. Nüchtern betrachtet stimmt das genauso, wie die Tatsache, dass die Nahrungsaufnahme  medizinisch gesehen notwendig ist, um unsere Körpertemperatur und unsere Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten;  sprich damit´s uns ned umhaut. (Mein Doktor wär stolz auf mi)

Aber leider sind die meisten Dinge ja ned immer so einfach zu erklären. Generationen von großen Köchinnen und Köche haben ihre Leben der Tafelkultur gewidmet und Speisen kreiert, die Körper und Seele berühren. Bei Namen wie Vatel, Escoffier und Co schnalzen die meisten Köche nur so mit der Zunge und verneigen sich gleichzeitig innerlich vor diesen großen Meistern.

Es ist auch nicht so leicht hier die Kunst vom Handwerk zu trennen, Geschmack von Anrichteweise oder, wie manche Köche es auch nennen, Tellermalerei. Diese beiden Komponenten miteinander zu einer Symphonie von Geschmack , Optik und Handwerk verschmelzen zu lassen,  ist wohl die wahre Kunst.

Ein Zitat von La Rochefoucauld sagt es eigentlich auch ganz treffend: Essen ist ein Bedürfnis, Geniessen eine Kunst.

Kurz und gut, für den zweiten Teil vom Zitat ist also die Kochkunst da.

Bringt uns der Sache aber immer noch nicht näher; denn was für den einen eine Kunst ist,  ist für den anderen nur ein Teller Nudeln. Und was für den einen der Genuss seines Lebens ist, bringt  den anderen an den Rand der Verzweiflung, weil eben der Geschmack entscheidet.

Was man bei all dem nicht vergessen sollte, ist, dass es wie bei allen Künsten immer jedem selbst überlassen ist, was man davon hält. Dann kommt noch die Komponente Handwerk dazu und hier wird es knifflig. Denn das Handwerk spaltet sich in sehr viele verschiedene Kochstile und Richtungen auf.

Köche in aller Welt lassen sich diese Stile und Richtungen auf ihren Wanderjahren, auf Reisen oder von anderen Kollegen beibringen und übernehmen für sich immer das Beste; so entsteht die individuelle Handschrift eines Kochs.

Diese kann in Optik und Geschmack sehr gradlinig sein, ja, geradezu schnörkellos und puristisch oder aber wild verwegen und experimentell,  je nach den Einflüssen und dem Charakter der Koches.

Genauso unterschiedlich wie die Stilrichtungen  ist auch der Antrieb der Köche;  für den Einen ist der Genuss des Gastes die größte Freude, Andere erfreuen sich an der Entwicklung neuer Gerichte und wieder andere versuchen, bestehende Kreationen zu erhalten oder verlorene Rezepte wieder zu entdecken. Köche sind seltsame Menschen, welche, von Kreativität getrieben,  an den unmöglichsten Orten zu finden sind, immer auf der Suche nach Produkten oder Rezepten oder aber auch sich selbst.

Das alles tun sie nur aus einem Grund und da sind alle gleich: Für die Kunst.