Sonntag, 27. Oktober 2013

Jetzt wird´s wieder wild!


Jetzt wird´s wieder wild!

Es ist jetzt momentan wieder so viel los in der Natur, dass man gar ned weiß, wo man zuerst hinschauen soll, aber als ich mit dem Auto zu meinem Eltern unterwegs war, ist mir die Natur wieder einmal sprichwörtlich entgegengesprungen. Wer auf dem Land lebt, kennt des sicher. Ein Fasan spaziert seelenruhig über die Hauptstrasse, vorn weg natürlich mit seinem wunderschönen farbenprächtigen Gefieder, wie es sich für einen Pascha gehört und kurz gefolgt von seinen Hennen, die mit ihrer braunen Tarnfarbe hinterhermarschieren, hinter ihrem Stenz. Mr. Supercool ist es dabei auch meistens total wurscht, ob da ein Auto kommt oder sonst was, denn er hat ja eingebaute Vorfahrt. Scho a bisserl arrogant der Herr, aber wer so ausschaut, muss ja a bisserl extravagant sein. Na ja und die Mandeln schauen halt immer a bisserl besser aus in der Natur. In jedem von uns steckt a kloaner Fasan, Männer!
Es ist jetzt wieder Wildsaison und Wildgeflügel, Reh, Rotwild und Co haben jetzt wieder ihre Zeit.
Unser Fasan hat von Oktober bis Januar Jagdzeit und wird bei Feinschmeckern hoch geschätzt. Wildenten gibt’s jetzt auch wieder und die, in manchen Gegenden, so geschätzten Wildtauben. 
Reh und Rotwild wird immer beliebter, je näher der  Winter kommt und hat dann zur Weihnachtszeit seine Hochsaison.
Auch Gamsfleisch gibt´s in einigen Gegenden und schmeckt als Terrine mit einkochte Preiselbeeren himmlisch und ist ein toller Einstieg in jedes Menü.
Wildschwein, mit seinem schmackhaften Fleisch, findet nun auch wieder viele begeisterte Genießer.
Ich freu mich immer, wenn ich in einem Wirtshaus oder Restaurant tolle Wildgerichte bekomme und  über die Spezialitäten, die wir hier in Bayern bieten können. Wildgeflügel mit glasierten Trauben, Rehrücken mit  Maronen oder vielleicht doch Hirsch mit feinen Schwammerln? Zum Ausflippen, wie uns die Natur verwöhnt. Man kommt doch immer wieder zu derselben Erkenntnis: Bei uns is es einfach am Scheensten und da kann man scho mit hoch erhobenem Kopf durch die Welt marschieren; so wie unser Fasan, der oide SchönlingJ
Ich wünsche Ihnen eine tolle Woche und einen schönen Feiertag,
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Freitag, 11. Oktober 2013

Von Knödeln und Karl Valentin!


Von Knödeln und Karl Valentin!
 
Heut am Viktualienmarkt am Denkmal von Karl Valentin musste ich an Semmelnknödeln oder Semmelknödel (?) denken.  Na, es hat mich halt beschäftigt;  wir würdigen den Knödel eigentlich gar nicht genug, find ich. Ist zwar jeden Tag in aller Munde,  aber bekommt irgendwie nie den richtigen Respekt als Spezialität. Erst wird er geknetet und mit Milch fast ersäuft und dann schmeißt man ihn auch noch in kochendes Wasser – ein Skandal!!
Dann kommt er auf den Teller, wird mit heißer Sauce überschüttet und mit einer Sau zusammengebracht - schlimmer geht’s nimmer. Und wer bekommt den Ruhm, wenn der Kellner kommt und fragt „Wie war der Schweinebraten?“  Klar - die blääde Sau halt und ned der arme Knödel.
Aber mal ehrlich, so ein Knödel ist ein echtes Schmankerl  und was würden zum Beispiel  die Kinder Bayerns essen, wenn es sie nicht gäbe?
Des Weiteren könnte sich kein Kellner mehr in dieser Situation aufregen: „Ich hätte gerne einen Schweinebraten, aber mit einem kleinen Knödel bitte.“ „ Meine Dame, es gibt aber nur eine Größe Knödel.“ „Dann bringen Sie mir bitte einen halben Knödel.“  „Aber meine Dame, was mache ich mit dem anderen halbem Knödel?  Den kann ich nicht verkaufen.“ „Na ja, hmmm, dann bringen Sie mir bitte einmal die Rahmschwammerl, aber bitte mit kleinem Knödel“.
Ein Klassiker.  Zeitlos schön, da kann man seine Gäste lieben lernenJ
Sie würden sich wundern, wie viele Köche und Kellner meditieren - um nicht Amok zu laufen.
Aber zurück zum Knödel. Meine Frau beispielsweise hat auch nach 16 Jahren mit mir noch keine Beziehung zum Semmelknödel aufbauen können;  sie kommt aus dem Ausland, genauer aus dem Rheinland und das ist eine Kartoffelknödelzone. Aber ich arbeite dran. Da muas ma langsam rangehn, immer mal wieder locker ins Spiel gebracht, rollende Invasion, sehr knödelige Angelegenheit. Harter Job, aber ich geb, trotz starker Gegenwehr, nicht auf.
Der Semmelknödel mit seinen zahlreichen Brüdern wie z.B. Speck, Brezen und Spinatknödel sind für mich die geheimen Stars der Alpenländischen Küche und sie sollten besungen werden. Oh ja, ich wart auf den Knödelsong.
Naja, durch Karl Valentin wird man echt inspiriert, wenn man lang genug vor seinem Denkmal sitzt, oder wie heißt des, wenn man nur noch Unsinn im Sinn hat?
Geschmacksinn oder ?

Ich wünsche ein schönes Wochenende,
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Freitag, 4. Oktober 2013

Erntedank und Almabtrieb in Bayern!


Erntedank und Almabtrieb in Bayern!


Wenn  sich, wie jetzt, der Wald in seinen schönsten Farben präsentiert und der Herbst Einzug hält, freu ich mich immer auf einen ganz besonderen Sonntag. Am 1sten Sonntag im Oktober findet traditionell das Erntedankfest statt und die Kirchen sind vor dem Altar reich geschmückt mit den Gaben der Natur. Gleichzeitig feiern viele Dörfer und Gemeinden und es finden am selben Tag, als Teil des Erntedankfestes, die Almabtriebe statt.
Das Fest gehört zu den ältesten Traditionen überhaupt und wurde wahrscheinlich schon in vorchristlicher Zeit durchgeführt. Wir danken hier für die Gaben, für die reiche Ernte und führen uns die Wichtigkeit von Mutter Natur vor Augen, die uns so reich beschenkt hat.
An vielen Orten wird traditionell eine Erntekrone in die Kirche an den Altar gestellt, die aus Ähren geflochten wird. Diese wird dann meist noch, je nach Region, mit den Früchten der Natur oder Christlichen Symbolen verziert.
Die Erntekrone ist ein Symbol der Ewigkeit und der Natur. Es soll uns daran erinnern, dass wir von und mit der Natur leben sollten und auch selbst ein Teil davon sind. Ich persönlich finde, diese Botschaft war noch nie wichtiger, als in unserer Zeit.
Die Almabtriebe am gleichen Tag sind die Feste der Bauern, die feiern, dass das Vieh wieder gesund dahoam angekommen ist und den Sommer guad überstanden hat. Hier werden die Kühe aufgekranzt und mit allerhand Blumen, Bandeln und Glocken schauen sie auch gleich nochmal so schee aus.
Das Läuten der Kuhglocken soll übrigens böse Dämonen von den Kühen fernhalten,  aber manchmal schaffen es doch a paar Anwälte oder Finanzbeamte dem Treiben zu zuschauenJ
Alles in allem ist es eines der schönsten Feste, die wir haben und wer einmal gesehen hat, wie die festlich aufgekranzten Küh nach Hause kommen und wenn man dann noch in der Kirche beim Erntedankgottesdienst dabei war, dann  fühlt  man sich hinterher auch wieder ein Stück näher an der Natur.
Also auf - diesen Sonntag ist´s wieder soweit!
Ich wünsche Ihnen allen ein unvergessliches Wochenende,
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter