Samstag, 30. November 2013

Von Platzerln, Mongolen und meiner Frau!


Von Platzerln, Mongolen und meiner Frau!
Wenn man es genau nimmt, dann hat sich eigentlich nix geändert seit, ich das erste Mal Platzerl gebacken hab. Okay, beim ersten Mal war es nur eine Sorte und ich war, glaub ich 5 oder 6 Jahre alt, aber ausgeschaut hat´s genauso. Ich meine in der Küche, nicht die Platzerl. Wie beim Angriff der Mongolen, vogelwuid. Schüsseln, Bleche, Mehl und Puderzucker überall.
 Na, ich glaub ja, das es daran liegt, dass ich in der Arbeit ja immer alles in die Spüle bringen kann und es schwupp wieder sauber im Regal steht. (an diesem Punkt mal ein Danke an die fleißigen Spüler –Merci!) Aber dahoam ist da halt niemand und ich mach halt jetzt auch mehr als eine Sorte. Meine Frau hat sich grad verabschiedet mit den Worten “ Schau du, dass der Saustall wieder weg ist, wenn ich zurück komm, sonst bewerf ich dich mit deinen Platzerl“. Nicht nett, der Druck wächst, was tun?
 Mehrere Möglichkeiten stehen jetzt zur Auswahl:  ich lass alles, wie es ist und hoff auf die Heinzelmännchen ( sehr unwahrscheinlich, dass die helfen, war beim letzten Mal auch ein Reinfall). Ich könnte alles in den Küchenschränke verstecken, um dem Zorn meiner Frau zu entgehen, aber irgendwann findet sie es doch. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass ich jetzt aus dem Haus geh und das Problem geht irgendwie von selbst weg und ich komm mit Blumen heim oder so - Info an mich: Nächstes Jahr mach ich meine Platzerl definitiv wieder in der Arbeit.
 Aber schön sind sie geworden; Vanillekipferl, Mürbteiggebäck, Makronen und a paar Zimtsterne. Einfach schee. Was sich auch nicht geändert hat, ist, dass ich immer noch den rohen Teig ess und  ich noch immer Bauweh kriag danach. Aber des gehört irgendwie dazu, find ich. Anders als früher  trink i jetzt an Glühwein dazu und koanen  Früchtetee mehr, aber irgenwas muas ja anders sein.
Was mich immer noch fasziniert, ist die Tatsache, dass egal wie viele Platzerl ich back, am Weihnachtsabend nie welche übrig sind. Und Ende Dezember  immer ein paar Kilo mehr bei mir drauf und auf dem Display meiner Waage dann immer erscheint „Nur einzeln draufstellen“. Was das wohl zu bedeuten hat, und ob es da einen Zusammenhang gibt? Hmmmm, mal nachdenken und Plätzchen essen. Oh blöd, ich hab ja immer noch nicht abgespült! Jetzt aber schnell, bevor mich der Zorn des Khan trifft :-)

Ich wünsche Ihnen fröhliches Plätzchen backen,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 24. November 2013

Staade Zeit, Glühweinzeit!


Staade Zeit, Glühweinzeit!

Jetzt, wo es draußen langsam kälter wird, die Bäume ihre letzten Blätter verlieren und die ersten Schneeflockerl ans Fester klopfen, wird es langsam aber sicher wieder ruhiger und die Staade Zeit hält Einzug bei uns in Bayern. Die ersten Glühweinstandeln machen auf und die Weihnachtsmärkte ziehen uns mit ihren bunten Lichtern wieder in ihren Bann.
In der Staaden Zeit kann man spüren, dass etwas Besonderes bevorsteht und ich fühl mich immer pudelwohl, wenn es Richtung Feiertage geht und freu mi drauf, wie ein Schneekönig. Mit Freunden über den Marienplatz schlendern, den einen oder anderen Glühwein trinken oder a bisserl Schlittschuh laufen am Stacchus. Was könnt schöner sein!
 Der Schlemmeronkel und ich werden versuchen, für Sie den besten Glühwein Münchens zu finden und da wir unsere Aufgabe sehr ernst nehmen, wird dies auch sehr ausgiebige Tests zur Folge haben.
Unsere Frauen denken deswegen auch schon über Schilder nach, die sie uns um den Hals hängen, damit wir wieder hoam finden.:-))
Aber es gibt hier wirklich viel zu sehen und zu verkosten. Am Rindermarkt gibt’s a tolle Feuerzangenbowle und hier ist am Abend wirklich immer was los. Es gibt weißen und roten Glühwein, Hexen und Kräutertrank und den ein oder anderen Honigmeet werden wir wohl auch verkosten.
Es gibt so viele Weihnachts- und Christkindlmärkte in Bayern, dass man wirklich die Qual der Wahl hat, denn jeder ist auf seine Art schön und bekommt seinen besonderen Zauber durch die Menschen, die ihn zum Leben erwecken. Ja, man darf nicht vergessen, wie viele Menschen sich hier Mühe geben und arbeiten, um die Märkte so schön zu gestalten. Des organisiert sich ja alles nicht von selbst.
Würstel, Flammkuchen und Bratäpfel werden da gemacht, oft auch ganze Spanferkel und hie und da a ganzer Ochs. Und wenn die Kapellen und Kinderchöre ein Standl bringen,  wird es erst richtig schee.
Also ich gfrei mi auf die Weihnachtmärkte und vielleicht sieht man sich ja mal. Der Schlemmeronkel  und ich laden Sie dann gern amoi auf a Haferl Glühwein ein.
Mit kulinarische Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Samstag, 16. November 2013

Alle Jahre wieder!


Alle Jahre wieder!

Als ich ein kleiner Bub war, gab´s für mich eigentlich nix schöneres, als die Vorweihnachtszeit. Stollen, Plätzchen und Schokoladenweihnachtsmänner und vieles mehr brachten damals meine Augen zum Leuchten. Schee war des - die Schneeflocken tanzten durch die Luft, Schlittenfahren am Nachmittag und die Magie von Weihnachten war überall zu spüren.
Das alles und viel mehr verbinden wir doch alle mit der Weihnachtszeit, doch wenn man es sich so recht versieht, hat sich hier doch einiges geändert. Den ersten Schokoladenweihnachtsmann hab ich dieses Jahr schon Ende September gesehen. Es war ein toller heißer Tag, ich hatte kurze Hosen an und wollt mir grad ein Eis holen und dann noch zum See zum Baden. Und da stand er, im Süßigkeitenregal und ich hab echt geglaubt, ich bin im falschen Film. Santa und seine Schokobrüder, ich dachte kurz ich hab Hallos. Okay Alex, ruhig bleiben, Zeitreise, beginnender Wahnsinn oder ich bin jetzt endgültig abgedreht.  Wenn die wenigstens Bermudas und ne Sonnenbrille draufgemalt hätten, hätte man es ja noch für nen Gag halten können.
Ab Oktober war dann sowieso überall im Handel schon Weihnachten und Lebkuchen, Marzipan und Co. waren da und ab ging´s.
Liebe Industrie, wenn ihr so weitermacht, gibt’s bald echte Probleme im Supermarktregal. Dann kämpfen der Schokoladenosterhase und der Weihnachtsmann um die besten Plätze im Regal. Ihr könntet aber gleich bei eurem ganzen Konsumwahnsinn einen Hybriden auf den Markt bringen, den all Year Oster-Hyper-Weihnachtsschoko-Monster-Supermann.
Wenn ihr ihn dann noch mit Kürbis füllt- ein Spaß für die ganze Familie!
Aber mal ehrlich, da kann einem schon anders werden. Bin ja froh, dass es noch keine Weihnachtsmänner mit eingebauter Silvesterrakete gibt oder doch?
Ich bin der Meinung, alles hat seine Zeit und kein Mensch braucht Osterhasen im Februar oder Rudolf, das Rentier, im Spätsommer. Der Zauber der Weihnachtszeit gehört uns allen; lasst uns die Magie erhalten und nicht zum Konsumwahn verkommen - für die großen und kleinen Kinder.
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 3. November 2013

Was für eine tolle Knolle!


Was für eine tolle Knolle!
Neulich hatte ich eine schöne Unterhaltung mit einem Kartoffelbauern über den Anbau und die Ernte der von uns allen so geliebten Knolle. Ich bin aus dem Staunen eigentlich die ganze Zeit nicht rausgekommen, denn ich war der Meinung, dass der Kartoffelanbau eine eher einfache Angelegenheit ist, aber wie meistens hab ich mich auch hier getäuscht.
 Es bedarf dem richtigen Boden für die richtige Sorte, es darf weder zu nass noch zu trocken sein und so hab ich gemerkt, dass die Kartoffel gar nicht so robust ist, wie ich immer dachte. Eher ein Softie also, mit einem geschmackvollen Inneren, der uns so begeistert. Es wurde mir auch erklärt, dass die Kartoffel eines der weltweit wichtigsten Lebensmittel ist und wir allein in Deutschland rund 10 Millionen Tonnen Kartoffeln ernten, was aber den Bedarf in Deutschland nicht einmal decken kann - da kommt man schon ins Grübeln. Mann essen wir viele Kartoffeln!  Um die 60kg Kartoffeln isst jeder von uns im Jahr und das ist schon eine Menge. Aber sie schmecken ja auch super und kaum ein Lebensmittel ist vielseitiger.
Die Kartoffel kommt ursprünglich aus Südamerika und wurde mit den Spaniern nach Europa gebracht, von wo aus sie nach einiger Zeit den Weg in die Herzen und Speisekammern der Menschen fand. Es gibt heutzutage fast 5000 Sorten und es kommen immer neue dazu. Die Kartoffelsorten selbst haben meist wohlklingende Frauennamen wie Lady Claire oder Desirée und sind auch in Farbe und Konsistenz sowie Geschmack sehr unterschiedlich.
Aus unserem Bayern ist die Kartoffel eigentlich auch nicht mehr wegzudenken. Kartoffelsalat oder Reiberdatschi, Kartoffelknödel oder einfach nur Bratkartoffeln oder Püree. Ich mach mir heut, glaub ich, a Kartoffelsupperl und genieß den Sonntag.
Und bei all dem sollte man nie vergessen denen zu danken, die diese Wunderknollen aus dem Boden holen - unseren Landwirten! Vergelt´s Gott!
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,
Mit kulinarischen Grüßen,
Alexander Reiter