Sonntag, 8. Dezember 2013

Oh du fröhliche Einkaufszeit! Von Monstern und Schoko - Jaqueline!


Oh du fröhliche Einkaufszeit ! Von Monstern und Schoko - Jaqueline!
Wenn man in diesen Tagen so den Trompetenspielern und Kinderchören lauscht, die uns durch die Vorweihnachtszeit begleiten, könnte man meinen, die Welt ist nun voller Harmonie und Freude.  Die Staade Zeit hat Einzug gehalten und in den Ohren klingen Lieder wie „Oh du fröhliche“ und „stille Nacht“.  Friede überall.
Von wegen!! 
Wir befinden uns inmitten der trügerischen und höchstbrutalen Einkaufs- & Feinkostschlacht. Man ist nirgendwo sicher - nicht an der Fleischtheke und schon gar nicht bei Fisch und Geflügel. Was man momentan erlebt, hat mit der Harmonie draußen eigentlich gar nix zu tun. Liebe alte Frauen, die eine Minute vorher noch am Rindermarkt einen Glühwein getrunken haben, mutieren in der Schrannenhalle zu Monstern, die einen mit einem Ellenbogenstoß in die Rippen zur Seite schieben, um an ihnen vorbei möglichst schnell zum Kaviar zu kommen.
Das Faszinierende dabei ist, daß fast alle diesen „Survival Mode“ eingeschaltet haben. Da ist plötzlich nichts mehr zu spüren von Harmonie und Friede. Da wird gehamstert und gekauft was das Zeug hält und man könnte meinen, die Welt geht nach oder sogar schon vor den Feiertagen unter.
Mich selbst hat`s auch erwischt und ich wurde zum Opfer - beim Käse. Ich wollte nach dem Reblochon greifen, doch eine alte Dame war schneller. Der triumphierende Blick war schon ein bisschen verstörend. Und sie drückte ihn dann auch noch etwas an sich. Hätte sie mich angefaucht und gesagt “ Mein Schatz“, hätte ich mich auch nicht mehr gewundert.
Ebenso spielen sich hier weitere, vorweihnachtlich Dramen ab, die ihresgleichen suchen. Streitende Ehepartner, die sich mitten im Markt darüber in die Weihnachtswolle kriegen, was es denn zu Essen gibt; mit klein Jaqueline am Hosenbein, die gerade selbst entschieden hat, schon mal was zu essen und heiter das ganze Süßigkeiten Regal auseinanderreißt. An der Schokolade um ihren Mund kann man noch erkennen, dass das Letzte wohl mit Nüssen war. Den Rest kann die Kassiererin dann vom T-Shirt ablesen - Hmm Lecker! Auch die Verkäuferinnen sind im Überlebensmode und es kommt nur noch ein mürrisches „vorne rechts“ auf meinen weihnachtlichen Gruß und die Frage, wo ich wohl den Schinken finde.
Meine Frau passt da aber irgendwie super rein; nachdem sie zuhause einen Schlachtplan auf einen Zettel gezeichnet hat, wo die Angriffsziele äähhh Lebensmittel draufstehen und mir ein kurzes “ Ich mach das“ zugerufen hat, wirft sie sich ins Getümmel. Ich bin inzwischen zum Lastenkamel degradiert und lauf einfach hinterher.
Wo ist der Geist der Weihnacht geblieben hier drin, die Freude und Nächstenliebe? Dabei könnte es sooooo schön sein, wenn wir alle etwas netter zueinander wären.
“Hey Sie da, das ist mein Lachs, Finger weg“!
In diesem Sinne, fröhliche Weihnachsteinkäufe,
Ihr
 Alexander Reiter

Kommentare:

  1. Bei mir müssen alle Weihnachtsgeschenke schon am 30. November gekauft sein. Damit kann ich mich dann in der Restlichen Adventszeit zurücklehnen. Bei den Lebensmitteln wunder ich mich immer wie viel manche in ihren Einkaufwagen packen können. Turmbau zu Babel sag ich nur !!!!

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  2. Echt lustig weiter so.

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