Samstag, 13. Dezember 2014

Santa Claus und der Küchenchef!


Santa Claus und der Küchenchef-eine Weihnachtsgeschichte!

Es war die Weihnachtsnacht, überall in den Häusern feierten die Menschen und freuten sich zusammen mit ihren Lieben über die Geburt Jesu. Es schien, dass in dieser Nacht alle Zuhause im Kreise der Familie waren und eine friedvolle Stille lag über Allem.
Na ja, fast alle feierten - bis auf einen, Santa Claus. Wie gewohnt ritt er mit dem Schlitten durch die eisige Nacht und zauberte mit seinen Geschenken ein Lächeln in die Gesichter der Kinder in aller Welt.
Doch als er gerade so über Bayern flog, tobte ein gewaltiger Schneesturm über den Bergen und Santa geriet genau hinein. Die Rentiere hatten ihre rechte Mühe den Schlitten in der Luft zu halten. Rudolfs Nase begann wie ein Blinklicht hektisch zu leuchten und man sah ihm die Anspannung bis in die Geweihspitzen an. Santa hatte keine andere Möglichkeit, er musste irgendwo landen. In nicht allzu weiter Entfernung entdeckte er ein schmuckes Wirtshaus mit einem Hinterhof. Anscheinend verließ gerade das letzte Auto das Gelände, aber die Lichter brannten noch. „Egal“ dachte sich Santa „Ich muss jetzt da runter“.
In einem waghalsigen Manöver lenkte der Weihnachtsmann wacker seine Rentieren durch den Sturm und landete mit einem Rumps  in der großen Mülltonne, welche im Hinterhof des Lokals stand. Rudolf schlug sich den Kopf an und ich glaub, es flogen tatsächlich Vögelchen um sein Geweih, kann mich aber auch getäuscht haben. Santa saß inmitten der Salatblätter und Servietten und begann schallend zu lachen.
„Na meine Getreuen, alles in Ordnung bei euch?“ fragte Santa in die Runde. Alle nickten und fühlten sich mit einem mal schon viel besser und Santa begann, seinen  Mantel abzuklopfen.
Zur selben Zeit war im Lokal das Hauptgeschäft gerade zu Ende gegangen und die Gäste und Angestellten des Traditionshauses  waren alle schon gegangen. Lediglich Küchenchef Andreas wollte nach getaner Arbeit noch seinen Kontrollrundgang absolvieren und die Lichter löschen. Er war heute doch recht müde -  220 Gäste Weihnachtsmenü mit 5 Gängen und ein sehr  schwieriges Menü noch dazu. Aber er war glücklich. Es war alles gut gelaufen, seine Köche waren fantastisch gewesen und jeder Handgriff hatte gepasst - ein toller Abend.
Als er gerade das Licht in der Küche ausschalten wollte, hörte er einen großen Knall draußen im Hinterhof, der ihn aufschrecken ließ. „Ja was ist denn da los?“ wunderte er sich. Er glaubte zuerst, der Baum im Hinterhof wäre vom Sturm umgerissen worden, aber als er durch das Fenster schaute, stellte er fest, dass der Baum noch da stand. Nur die Große Mülltonne im Hof stand schief da und war an die Wand geknallt. „Wahrscheinlich vom Wind“ dachte Andreas, warf sich seinen Jancker um und stürmte raus auf den Hof.
Als er sich durch den Sturm kämpfte, fluchte er laut allerlei unchristlicher Sachen, doch als er fast da war, sah er plötzlich eine dicke Gestalt aus der Mülltonne krabbeln und er rieb sich die Augen, weil er es nicht glauben konnte.
„Hey Meister, was machst den du in meiner Mülltonne? Bist besoffen reingefallen oder was? Also, du hast dich sicher verlaufen, nach der Schicht im Einkaufszentrum oder?“ rief Andreas dem Unbekannten entgegen.
„Ho Ho Ho -  Merry Christmas, ich bin der Weihnachtsmann“ antwortet Santa. „ Ja klar, da wär ich nie draufgekommen, erwiderte  Andi, wie der Osterhase schaust ja ned grad aus. Was machst den hier draußen, Du Verrückter?“
„Ich hatte einen Unfall mit meinem Schlitten“ klärte ihn Santa auf und Andreas sagte kopfschüttelnd „ Weißt was, da Du offensichtlich schon länger hier draußen bist, so an Schmarrn, wie du redst, geh ma doch lieber rein. I mach dir an Tee, dann wers´t wieder frisch, du Amateur Weihnachtsmann“.
Die Rentiere warteten geduckt in der Tonne und lauschten dem Gespräch, eingebettet zwischen Salat und Gemüse. Kaum der Rede wert, Rudolf hatte bereits drei Kohlköpfe verputzt und machte sich gerade an einer Tomate zu schaffen.
Andreas und der Weihnachtsmann stapften durch den Sturm durch den Hof zurück in die Küche, wo der Küchenchef zuerst einmal, ohne Santa zu mustern, fragte „Na, hattest wohl auch ne anstrengende Nacht“. „ Aber ja Andreas, ich bin der Weihnachtsmann und bringe den Kindern auf aller Welt heute ihre Geschenke“. „Woher weißt du, wie ich heiße?“ Andreas war erstaunt, doch dann fiel ihm ein, dass sein Name ja draußen über dem Eingang steht. Der angebliche Santa muß ihn dort gelesen haben.
„Jetzt mal ehrlich, die Leier hatten wir schon, also, da du weißt wie ich heiße, da wäre es fair, wenn du mir deinen Namen sagen würdest“ sagte er. „Aber natürlich, mein Name lautet Santa“. Andreas schmunzelte „Na egal, da du scheinbar echt lang draußen warst, nenn ich dich halt Santa. So Santa, hast du Hunger? Also ich hab Hunger und Durst hab ich auch, magst a Bier?“.  Santa neigte den Kopf„ Also Andreas ich weiß ja nicht recht“.  „Hab dich ned so, also ein Bier. Kommt sofort. Aber wenn du Hunger hast, muast mitkochen“. Andreas war schon auf dem Weg zur Theke und konnte Santas verdutztes Gesicht nicht sehen. Mit zwei Bier in der Hand kam Andreas zurück und reichte Santa eines mit den Worten „Also des Gröstl macht sich ned von selbst. Nimm einen Schluck und dann, auf geht’s, schneid amoi die Kartoffeln“  Ehe Santa sich´s versah, hatte er eine Schürze an, ein Messer in der Hand und schnitt Kartoffeln. Andreas stellte eine Pfanne auf und schnippelte Speck und Zwiebeln zusammen. „Also des war heut ein Service“ sagte Andreas plötzlich zu Santa. Dieser sah auf und fragte „ Was meinst du?“. „Ja weißt du Santa, mein Job ist es Menschen glücklich zu machen. An den Feiertagen oder wann immer es was zu feiern gibt“ antwortete Andreas ihm. Santa hielt kurz inne „Hmmmmm, das ist auch mein „Job“, wie du es nennst“. „Echt? Bist du Koch oder Kellner? Na Koch kannst ned sein, so wie du die Kartoffeln schneidst“. Andi lächelte und Santa konnte nicht anders, als schallend loszulachen. Die beiden schauten sich an und waren sich ohne Worte einig. Man verstand sich und mochte sich. Santa fiel dabei auf, dass es Andi egal war, ob er aus einer Mülltonne kam oder wer er war. Er hatte scheinbar den ganzen Tag gekocht und ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, ihn, einen Fremden, zu sich einzuladen, mit ihm zu kochen und ihn zu bewirten. „Bemerkenswert der Andreas“ dachte Santa bei sich „Als Kind war er ja ein rechter Bazi gewesen, was für eine Wandlung“. Als Santa so sinnierte schrie Andi plötzlich „Hey Santa, ziag amoi die Pfanne weg, sonst brennts an“.
Das riss Santa aus seinen Gedanken und er versuchte nun unter Anleitung unseres Küchenchefs mit voller Energie zu kochen. Und siehe da, die beiden zauberten ein tolles Gröstl und einen gemischten Salat gab es auch noch dazu. Die Rentiere lugten schon seit geraumer Weile durch das Fenster und schüttelten die Köpfe. Ihren Chef hatten sie noch nie Kochen gesehen, der konnte doch noch nicht mal richtig Geschenke einpacken. Er lachte, brutzelte und hatte eine Menge Spaß, wie es schien. Und scheinbar war er echt talentiert.
Als die Arbeit getan war, setzten sich Andreas und Santa, die beiden Freunde, an einen Tisch im Lokal und ließen sich ihr Schmankerl schmecken. „Du Santa, hat echt Spaß gemacht mit dir“ sagte Andi, „Wenn du willst, kannst heut hier übernachten, oben ist noch a Zimmer frei. Und da es dir momentan scheinbar ned so gut geht, na ja ich könnt Hilfe in der Küche brauchen“.
Santa schaute auf und lächelte „Andreas, ich danke dir sehr für Alles, aber ich habe einen Job - Ich bin der Weihnachtsmann“.
„Also, ich versteh schon, aber wenn du mal Lust hast zu kochen, kannst du jederzeit vorbeikommen, okay“ schlug Andi ihm vor. „Das nehme ich gerne an, Meister Andi“. Santa nickte dankend, stand langsam auf und, wie es Andi schien, entstand ein Leuchten um ihn herum. „Na ja“ dachte er sich,  „Zwei Bier, da sieht man schon mal ein Leuchten“. Sich vor seinem Gastgeber verneigend verabschiedete Santa sich von ihm „Ich muss jetzt aber wirklich gehen. Du bist ein guter Mensch und ich danke dir für Alles“. „Des passt scho“ winkte Andreas ab „Wart, i bring dich noch raus“.
Als Andi die Tür öffnete und den Schlitten mit den Rentieren sah, die sich bereits vor dem Lokal aufgestellt hatten, blieb er wie angewurzelt stehen. „Ja da legst di nieder, du bist ja wirklich der Weihnachtsmann“ rief er aus.
„Sag ich doch Andreas, und nun mach den Mund zu es ist kalt hier draußen“. Santa stieg schmunzelnd in seinen Schlitten, winkte und glitt um wirbelt von Schneeflocken in den Himmel.
Andreas war noch immer baff, saß aber inzwischen lachend im Schnee und grinste. „Ich hab mit dem Weihnachtsmann gekocht, das ist ja ein Ding!“ ging es ihm durch den Kopf. „Der Wahnsinn“.
Seit dieser Zeit wird sich erzählt, dass man manchmal abends in Andis Restaurant Gröstl auf der Karte steht und dann kocht er dieses immer zusammen mit einem  älteren Mann mit einem weißen Bart. Keiner kennt den Herrn, aber das Gröstl ist super, es wird viel gelacht und in der Küche herrscht irgendwie eine weihnachtliche Stimmung.
Und alle Menschen sind nach einem Besuch besonders glücklich, eben so, wie es sein soll.
Eine gesegnete Weihnachtszeit,
mit köstlichen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 23. November 2014

Kraut und Rüben


Kraut und Rüben

In den letzten Tagen hing an meiner Bürotür ein Zettel auf dem in Großbuchstaben stand: Bei Dir schaut´s aus, wie Kraut und Rüben!!
Ich nehme an, meine Frau wollte mir damit irgendwas sagen.
Allerdings brachte mich das auf eine ganz andere Idee, als von ihr gedacht – nämlich auf Krautwickerl; diese hatte ich echt schon lang nicht mehr gemacht. Daher hab ich dann doch lieber angefangen, einige Wickerl herzurichten – kochen macht einfach mehr Spass, als aufräumenJ.
Der Kohl in vielerlei Formen ist aus der Bayrischen Küche nicht wegzudenken und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Kohl einen Großteil der bayrischen Gemüseernte ausmacht.
Wir Bayern lieben natürlich unseren Weißkohl und Sauerkraut kennt und schätzt man in der ganzen  Welt. Tja, die Engländer nennen uns ja  auch wenig schmeichelhaft „Krauts“. Aber die sind nur neidisch, denn wer schon Bier ohne Schaum säuft, der sollte gscheider nix sagen. Und vom Essen fang ma gar ned erst an.
 Aber die Familie der Kohlsorten bietet hier noch viel mehr. Den Rotkohl für unser  Blaukraut z.B. Kohlrabi, Spitzkohl und Wirsing, Blumenkohl und Brokkoli.
Was soll man sagen - ohne die Kohlsorten, da wäre unsere Küche nur halb so Guad.
Entstanden aus dem Wildkohl und kultiviert von den Römern, ist der Kohl sowohl bei uns, als auch in Afrika und Zentralasien beheimatet und hat sehr viele schmackhafte Arten hervorgebracht.
Zu finden ist er in allen Küchen der Welt und hat überall seinen Platz. Als wichtiger Bestandteil in der Regionalküche wie beispielsweise der Grünkohl in Norddeutschland oder als Champagnerkraut in der Gourmetküche. Es gibt kaum ein Platzerl, wo er nicht mit dabei ist.
Die Asiatische Küche wäre zum Beispiel auch undenkbar ohne Kohl. Hier sind Chinakohl und Pak Choi sowie Choisum unverzichtbare Zutaten und werden auch bei uns immer beliebter.
Der kleinste Vertreter der Kohlsorten ist der Rosenkohl. Aus Belgien stammend und auch Brüssler Kohl  genannt, ist er auch bei uns eine tolle Bereicherung für jede Speisekarte. Ich mag ihn besonders gerne zu Wildgerichten, sowie Wildgeflügel.
Kohl ist aber noch weitaus mehr - Eine Vitaminbombe durch einen hohen Anteil an Vitamin C, wie zum Beispiel im Sauerkraut. Weitere Inhaltsstoffe sind Folsäure und Kalzium sowie Phosphor, die gut für Knochenbau und Zähne sind.
Von daher ist eigentlich erstaunlich, wie wenig man über Kraut nachdenkt und doch hat man es so oft in den verschiedensten Formen auf dem Teller und auch in der Literatur wird es gewürdigt.
Enden will ich nämlich heute mit einem kleinen Gedicht von Wilhelm Busch:
Eben geht mit einem Teller, Witwe Bolte in den Keller. Daß sie von dem Sauerkohle, eine Portion sich hole. Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.
Ach ja und nun ein kleiner Tipp für alle Männer: Ich hab mein Büro jetzt zugesperrt, aufgeräumt ist es immer noch nicht;-))
Bleiben Sie genießerisch,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 9. November 2014

Martinsganserl oder Wurstbrot!


Martinsganserl oder Wurstbrot!
Heute kam meine liebe Frau zu mir und fragte mich, warum wir eigentlich zu Martini am 11. November Gans essen und nicht irgendwas anderes, wie a Wurstbrot oder so.
Abgesehen davon, dass ich kein Fest kenne, an dem das Wurstbrot im Mittelpunkt steht, mein Engel, eine gute Frage.
Um den heiligen Martin von Tours ranken sich viele Geschichten und es gibt viele Bräuche rund um Martini. So z.B. das Martinssingen mit den schönen Laternen und der Martinszug vielerorts mit der Teilung seines Mantels (Ich durfte ihn mal in der Grundschule für ein Theaterstück spielen - na ja, hab dann doch lieber gekocht:-)
Auch das Ganserlessen gehört zu diesen Bräuchen und erklärt sich u.a. wie folgt: Als der Heilige Martin von Tours eine Messe gehalten hat, watschelten eine Schar Gänse durch die Kirchentür herein und unterbrachen Martin bei seiner Predigt. Kurzerhand wurden diese dann von den Gemeindemitgliedern eingefangen und zu Braten weiterverarbeitet.
Eine weitere Erklärung liegt im Lehnswesen der damaligen Zeit. Früher war Anfang November ein Lehen zu entrichten, der sogenannte Martinsschoß und da viele Bauern mit Gänsen ihr Lehen beglichen, war der Begriff Martinsgans schnell in aller Munde.
Beide Geschichten geben eine gute Erklärung ab und so kommen wir nun jeden Martinstag in den Genuss dieses feinen Schmankerls. Gänse an und für sich gehören zu den ältesten domestizierten Geflügelarten und werden schon seit frühgeschichtlicher Zeit gehalten. Die Schlachtzeit der Gans ist von September bis Dezember  und so haben diese dann auch unterschiedliche Bezeichnungen. Bis zum fünften Lebensmonat heißen diese Frühmastgänse. Die Anfang November geschlachteten sind die Martinsgänse und später im Dezember sind sie dann als Weihnachtsgans bekannt.
Wir genießen dann traditionell die Martinsgans mit Blaukraut und Kartoffelknödel, a paar Maroni und am scheenen Saucerl. Ein echtes Feiertagshighlight - einfach guad.
„Aber so viel sei verraten, für einen guten Braten braucht man Liebe und viel Schmalz, so Gott erhalt`s“.
Und wer ein Rezept für sein Martinsschmankerl braucht, dieses steht, wie immer, auf Abruf für Sie bereit.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Martinstag,
Mit kulinarischen Grüßen
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 26. Oktober 2014

Schlemmerblog München ab jetzt auch unter http://www.schlemmerblog-muenchen.de

Liebe Leser und Schlemmerblogfans,

lieber Alexander, liebe Nicole!

nie hätte ich gedacht, daß sich aus meiner Idee eines Schlemmerblogs, der sich nicht nur stumpfsinnig mit Rezepten beschäftigt, ein solches Erfolgsmodell entwickelt.

Und um der Wahrheit die Ehre zu geben und ihr Genüge zu tun...

Hätte ein anderer als DU, lieber Alexander hier angefangen zu bloggen, und hättest Du nicht die volle Unterstützung Deiner tollen Frau - dann hätte das mit Sicherheit nicht so eingeschlagen! Aber da hatte ich wohl den richtigen Riecher, und ein gutes Bauchgefühl (groß genug ist er ja, hihihi^^)

Deshalb finde ich, war es an der Zeit, den Schlemmerblog München auch unter einer etwas weniger sperrigen Adresse auffindbar zu machen.

Natürlich bleibt die bisherige Webadresse erhalten. Aber zusätzlich ist der Schlemmerblog München ab jetzt auch erreichbar unter:

http://www.schlemmerblog-muenchen.de


So, das war überfällig! Und jetzt wünsch ich uns (Lesern des Blogs) daß Dir (und hin und wieder auch Nicole^^) weiterhin so viele schöne Texte aus der Feder fliessen, und uns Schlemmerbloggern noch viele weitere Leser!

Herzliche Grüße vom Schlemmeronkel!!


Mein Leben mit (m)einem Gott in Weiß!


Mein Leben mit (m)einem Gott in Weiß!
                                          Auf dem Fischmarkt. Fische links, und rechts und wo ist mein Mann schon wieder?
Sollte ich mein Leben mit meinem Mann in 3 Worten beschreiben, so würden diese wohl wie folgt lauten: interessant, abwechslungsreich & gewichtsbeeinflussend- leider zum schlechterenJ
Nichts hätte mich wohl auf die letzten 17 Jahre an der Seite dieses kreativen, ambitionierten und ab und an etwas schlampigen (zumindest daheim) Menschen vorbereiten können, aber ich bereue keine Sekunde davon.
Ich erhalte Tag für Tag neue Einblicke in die Kunst des Kochens - was meine Fähigkeiten in dieser Richtung zum Leidwesen meines Mannes nur bedingt positiv beeinflussen und ich bin in der glücklichen Lage, die exotischsten Lebensmittel probieren zu können. Aber einigen Ideen kann ich dann doch nur mit eingeschränkter Freude gegenüber stehen -  glauben Sie mir, es gibt schöneres, als morgens um 5.00 Uhr mit leerem Magen in Tokio auf dem Fischmarkt zu stehen. Und dann musste er auch noch anfangen, allerlei Muscheln und was weiß ich was in sich hinein zu futtern! „Hallo - es bewegt sich noch!“ Aber selbst wenn ich von manchen der Köstlichkeiten den Namen nicht mal aussprechen kann, ich bin froh, all diese Dinge erleben zu können.
Unvergessen sind die Momente, bei denen er mit gefühlten 30 Kg diverser Würste heimgekommen ist und ich alle probieren musste, wobei ich wiederholt festgestellt habe, dass ich keine Pferdeknacker mag. Tja, so ist das halt bei uns.
 Ach ja und meist essen wir auch ca. 5 Tage nach Weihnachten noch vom Menü, weil anscheinend ist es nicht so einfach für lediglich ein paar Leute zu kochen.
Ein weiterer Klassiker war der Knödeltest meines geliebten Extremkochs. Als gebürtige Rheinländerin gibt es für mich eh nur Kartoffelknödel und auch an diesem Tag war ich zum wiederholten Male froh, dass Gott die Spülmaschine erfunden hat. Töpfe überall, Teller, Geschirr. Mit der Hand würd ich da wahrscheinlich heute noch spülen.
Auch Diskussionen, wie z.B. ob man Kartoffelsalat nun mit Mayonnaise oder Essig-Öl anmacht, sind nicht selten und führen oft zu ausgiebigen Geschmackstests und Gesprächen über kulturelle Unterschiede und Rezepte.
Ich könnte unendlich über Produkttests philosophieren oder weiter aus dem Nähkästchen plaudern, aber ich möchte ja nicht in Zukunft in einem Zelt im Garten übernachten:-)
Alles in allem bin ich ja sehr glücklich mit meinem Mann. Er ist immer für mich da & und geht für mich auch durch dick und dünn; wir ergänzen uns perfekt und daher stehe ich seinen kulinarischen Eskapaden und seiner Liebe zum Beruf immer offen und mit einem Lächeln gegenüber. Und oft profitiert er auch von meinen beruflichen Erfahrungen, mit denen ich ihm schon ab und an das Arscherl habe retten können.
Liebe Leser, ich hoffe, meine Einblicke haben Sie ein wenig unterhalten und amüsiert. Das nächste Mal lesen Sie dann wieder die kulinarischen Ausführungen meines Mannes. Aber nicht vergessen „Nur ein Koch kann eine Frau richtig glücklich machen“,
In diesem Sinne,

Ihre Nicole Savels

Sonntag, 21. September 2014

Bavaria Internationale, auf zurWiesn 2014!


Bavaria Internationale, auf zur Wiesn 2014!
Ja jetzt war´s dann endlich wieder soweit, es beginnt die fünfte Jahreszeit. Mit den Böllerschützen gestern um 12.00 Uhr und passablen 4 Schlägen von unserem neuen Bürgermeister Reiter geht’s wieder los mit unserer Wiesn. Bavaria Internationale, wir geben mal wieder so richtig Gas und betreiben Völkerverständigung vom Feinsten. Da wird gebusselt, getanzt, gelacht und getrunken. Da schreibt das Leben täglich neue wunderbare Geschichten und lässt uns das Ganze in den schönsten Facetten spüren. Und ob alt oder jung, a jeder findet a bisserl was, das ihn begeistert, freut oder einfach nur glücklich macht.
Was mich glücklich macht, sind die kulinarischen Angebote in den Zelten und das auch heuer wieder sehr gute Wiesnbier. Die großen sechs Münchner Brauereien haben auch dieses Jahr wieder tolle Schmankerl gebraut. Apropos Schmankerl, also den besten Kaiserschmarrn gibt's amoi ganz klar im Winzerer Fähndl und ich werd da den ein oder anderen genießen. (Da werd sich mei Frau wieder freuen, wenn ich nach der Wiesn nimma in die Lederhosen pass:-) Oder die Ochsensemmel, in der Ochsenbraterei. Wenn i daran denk, kriag i scho Hunger.
Alles was das Herz begehrt, wird heuer wieder angeboten: Enten, Haxen, Ochsen und auch viele vegetarische Schmankerl werden die Herzen um einiges höher schlagen lassen. Die Köche geben hier wirklich ihr Bestes und genau deswegen ist auch unsere Bayrische Küche auf der ganzen Welt so beliebt und begehrt. Eine tollere Werbung für Bayern gibt’s gar ned.
Na klar, die feschen Mädels und Buam sind natürlich auch a guade Werbung , aber irgendwie ist bei uns eh ois a bisserl scheener und fescher, Oder?
Ein neues Zelt ham wir heuer auch noch und drücken natürlich der Familie Able die Daumen für ihren Marstall. I freu mi scho drauf, die Leckereien zu probieren.
Aber das Wichtigste ist a friedliche und sichere Wiesn. Und Dank der vielen Helfer vom Roten Kreuz, Feuerwehr und Polizei, sowie den vielen anderen helfenden Händen wäre dieser Mega-Event gar ned zu bewältigen. Hier einfach mal ein "vergelt´s Gott", weil ohne die vielen Engel im Hintergrund gäb es gar kei Wiesn.
Ich meld mich jetzt erst mal für die nächsten zwei Wochen ab und bin in alter Frische wieder nach der Wiesn zurück. Für mich heißt es jetzt Kochen, Lachen, Essen, Feiern, Singen und Tanzen mit meinen Kollegen, Freunden und meiner wundervollen Frau.
Wer mich auf der Wiesn findet, kriagt a Mass – versprochen.
Und jetzt geht´s aber los, auf zur Größten Party der Welt, unserem Oktoberfest.
Mit durstigen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Mittwoch, 10. September 2014

Die Eierautomaten lecker-Ei!


Die Eierautomat lecker-Ei!
Einmal die Woche hol ich mir für gewöhnlich beim Bauern im Hofladen a paar Eier für´s Frühstück am Sonntag. Eigentlich ist des unveränderlich, weil die einfach am besten schmecken, aber kürzlich, als wir Nachts um 11 im Auto auf dem Weg heim waren, sagte meine Frau zu mir nur kurz „wir holen dir jetzt noch a paar Eier gell“ und obwohl ich genau wusste, dass sie nichts getrunken hatte, war mir nicht genau klar, was sie da vorhatte (aber wer kann von sich schon behaupten, dass er weiß, was in seiner Frau so vorgeht J )
Wir fuhren von der Hauptstraße auf einen Parkplatz ab und da war er, hell beleuchtet und für mich vollkommen neu: Der Eierautomat. Nein, die Hennna sitzen da nicht hinter Glas und legen die Eier nach Bestellung, aber frisch sind die allemal.
Meine Frau meinte nur beiläufig, dass sie wusste, dass mir das gefällt und holte lässig ein paar Eier aus dem Automaten - eine super Sache, vor allem für die, die es nicht zum Hofladen geschafft habenJ
Eier spielen in der menschlichen Ernährung schon seit jeher eine wichtige Rolle und beim Kochen sind sie nicht wegzudenken; viele Gerichte wären ohne Eier gar nicht möglich und jedes Frühstück nur halb so guad.
Aber nicht nur die Henne hat schmackhafte Eier zu bieten. Die Eier von Wachtel, Fasan, Rebhuhn, Zwerghuhn, Möwe oder Strauß sind delikat und bieten eine tolle geschmackliche Alternative.
Eier sind die Nährstoffbomben schlechthin. Voll von essentiellen Aminosäuren,  die der Körper zu fast 90% verwerten kann. Des weiteren voll mit Vitamin D, Kalzium, Natrium und Magnesium.
Für mich sind Eier kleine Wunderwerke und ich bin begeistert, wenn ich auf Reisen eine Eierkarte vorgesetzt bekomme. Leider gibt es diese speziellen Karten nicht mehr oft, aber einige Köche in Frankreich und der Schweiz halten daran fest, was sehr schön ist.
Hier bekommt man spezielle Eierspeisen angeboten wie z.B. Eier Benedikt, Trüffelrührei  oder die ausgefallensten Omlettvariationen - der Phantasie keine Grenzen gesetzt und es gibt Kreationen bis hin zu Eiern mit Hummer oder Gänseleber. Ein Genuss allemal .
Ein kleiner Tipp zum Schluß. Versuchen sie mal, ihr Rührei in der Früh über dem Wasserbad  zu machen - es wird nicht trocken und sie können den Topf allein lassen ohne das was passiert. Topf mit Wasser auf den Herd auf Stufe 5 hochdrehen, 4 Eier, 2cl Sahne, 1cl Milch, Salz und etwas Pfeffer aus der Mühle verquirlen und in einer Schüssel auf dem Topf platzieren. Dann können sie was anderes machen, zum Beispiel die Frau wecken  oder Kaffee kochen und wenn sie merken, dass die Eiermasse langsam stockt, schlagen sie diese  kurz mit dem Schneebesen etwas auf und fertig ist das perfekte Rührei.
Diese Art das Rührei zuzubereiten habe ich von einem französischen Kollegen gelernt, den ich sehr schätze und bin seither dabei geblieben - Merci Alan.
Tja und nach dem ganzen Geschreibe raucht nun auch der Eierkopf a bisserl,
Ich wünsch ihnen eine wunderschöne Woche.
und nicht vergessen,  der Wies´n Countdown läuft!
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Donnerstag, 21. August 2014

Im Artischockenfeld


Im Artischockenfeld
Im Moment kann man rund um München, wenn man auch mal ein bisschen von den üblichen Wegen abweicht, viel entdecken. Hier gedeiht zwischen Mais und Getreide  momentan auch eine außergewöhnliche Spezialität - die Artischocke. Einige versierte Landwirte bauen dieses Gemüse mit Erfolg an, was ich echt toll finde. Zugegeben, die Artischocke spielt auf den meisten Speisekarten in Bayern noch keine Rolle. Eigentlich sehr schade, denn neben der geschmacklichen Bereicherung ist die Artischocke eine einzigartige Arzneipflanze und hätte es verdient, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen
Nachweislich kräftigen Artischocken die Leber, wirken blutreinigend und cholesterinsenkend. All das verdankt die Artischocke dem Stoff Cynarin, der in den Blättern enthalten ist.
Die bekannteste Art der Zubereitung ist die Knospe, im Ganzen gekocht, zu servieren. Hier werden dann beim Verzehr die Blätter einzeln abgezupft, in eine Sauce gedippt und das Fruchtfleisch mit den Zähnen abgezogen. Neben den Blättern kann auch der Blütenboden gegessen werden.
Artischocken haben einen leicht bitteren, herben Geschmack und eignen sich gut für allerlei weitere Kreationen. Viele berühmte Köche haben die kreativsten Gerichte mit Artischocken gezaubert. Emile Jung beispielsweise kreierte eine Galette mit Kalbsbries, Artischocken und Champignons, die mich, als ich die Ehre hatte mit ihm kochen zu können, fast den Verstand kostete. Es war damals eine sehr aufwendige Sache, aber das Ergebnis war einfach nur überwältigend.
Eine weitere Zubereitungsart ist die gefüllte Artischocke, wie man sie oft in Italien antrifft. Hier wird die Artischocke mit Weißbrot, Knoblauch und Minze gefüllt. „Carciofi alla Romana“ nennt sich diese Köstlichkeit und Sie sollten sie unbedingt versuchen, wenn Sie die Möglichkeit haben.
Bei den verschiedenen Sorten der Artischocke gibt es Einige, die hier besondere Erwähnung finden sollten. Die italienische Sorte Violetta ist, meiner Meinung nach, die Interessanteste. Man findet sie im Moment auch in den Markthallen in München, wo ich sie bei meinem letzten Rundgang wieder gesehen habe. Sie ist kleiner und kann vollständig verzehrt werden. Dies macht auch ihren Reiz aus, denn es bietet mehr Möglichkeiten für eigene Kreationen.
Die wahrscheinlich bekannteste Sorte jedoch ist die, aus Frankreich stammende, Camus de Bretagne. Sie wird sehr groß und der Blütenboden schmeckt bei dieser Sorte am Besten.
Beinahe hätte ich es vergessen - trinken kann man Artischocken natürlich auch z.B. als Aperitif „Cynar“, einem etwas eigenwillige Artischocken- Kräuterlikör aus Amaro in Italien.
Ich werde wohl demnächst das ein oder andere Mal, wenn ich mich ans Schreiben der Speisekarte mache, die Artischocke berücksichtigen; eine Bereicherung wäre es allemal.
Bleiben Sie genießerisch,
Ihr
Alexander Reiter

 

Mittwoch, 6. August 2014

Orientalische Schmankerl in München!


Orientalische Schmankerl in München!
Jetzt in den Sommermonaten beherbergen wir in München wieder viele Touristen aus Nah und Fern, die sich unser wunderschönes München als Urlaubsziel  ausgesucht haben. Vom Marienplatz bis zur Maximilianstrasse sieht man zahllose Urlauber, die mit ihren Fotoapparaten bewaffnet, auf Erkundungstour sind. Eigentlich muss man es ja nicht sagen, aber München ist natürlich bei den ausländischen Gästen die Nummer eins in Deutschland und die Übernachtungszahlen bestätigen dies immer wieder auf´ s Neue.
Einen großen Teil unserer Besucher machen Urlauber aus den Golfstaaten aus und so erweitern viele Hotels, Restaurants und Gaststätten ihr Angebot im Sommer um diverse Speisen aus diesen Ländern.
Viele der Köstlichkeiten des Orients werden hier extra in dieser Zeit für die Gäste angeboten. Einige exklusive Hotels leisten sich sogar einen eigenen orientalischen Spezialitätenkoch, um den hohen Anforderungen der Gäste gerecht zu werden.
Und hier werden wirklich alle Register gezogen. Es gibt nichts, dass hier nicht möglich gemacht wird -  von der Mezzeh Tafel bis zum ganzen gebratenen Lamm. Alles ist möglich.
Und das Schönste für mich ist, dass ich für diese Schmankerl nicht mal in Urlaub fahren muss; ich geh einfach a bisserl durch München und schau mal, was da so angeboten wird und in den Kochtöpfen so köchelt.
In der Goethestrasse findet man zum Beispiel einige sehr gute Baklava Bäcker, die diese himmlischen Süßspeisen in einer tollen Vielfalt herstellen. Hier kann man die Leckereien auch probieren, was ich immer ausgiebig  tue.
Für orientalische Spezialitäten gibt es auch am Viktualienmarkt einen tollen Imbiss  und da schmeckt es wirklich super. Hier findet man auch allerhand Gerichte, die für den Orient typisch sind: Hummus, Kibbeh, Tabouleh, Falafel und Schawarma verführen hier zum Schlemmen.
Natürlich hat München auch tolle orientalische Restaurants zu bieten, wie z.B. das marokkanische Restaurant „Mamounia Marrakesch“ in Haidhausen oder das Restaurant „Echnaton“ im Schlachthofviertel, das mit ägyptischen Leckereien lockt. Ein echter Geheimtipp ist das „Arabesk“ in Schwabing, wo man mit arabisch–libanesischer Küche verwöhnt wird. Hier trifft man auch oft auf arabische Touristen, was immer ein gutes Zeichen für eine authentische Landesküche ist.

Ich finde es sehr bereichernd, dass München ein so großes kulinarisches Spektrum aufweisen kann und bin immer wieder von der großen  Vielfalt an verschiedenen Küchenstilen begeistert.
Aber die Hauptsache bei alldem ist doch, dass sich alle bei uns wohlfühlen - in der schönsten Stadt der Welt.
München ist halt einfach super Kosmopolit und ned nur „mir san mir“, gell!
Salam a leikum,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 20. Juli 2014

Der Kocherlball- Für Frühaufsteher und Tanzbären!


Der Kocherlball- Für Frühaufsteher und Tanzbären!
Einmal im Jahr, wenn die meisten Münchener noch fest schlafen, findet eine der schönsten Sommerveranstaltungen überhaupt statt, der Kocherlball.
 Um 4.00 Uhr stehen die Ersten schon vor dem chinesischen Turm und sichern sich a schönes Platzerl oder genießen einfach diese frühen Morgenstunden. Die ersten Vögel fangen langsam an zu zwitschern  und die Oachkatzerl  auf den Asterln werden durch das Lachen und Ratschen der ersten Kocherlgäste ein bisschen früher geweckt. Es ist eine unbeschreiblich schöne Stimmung so früh am Morgen und das Morgenrot erhellt langsam die ganze Szenerie. Ich sag einfach mal wie es is: Des is scho fast kitschig, so schee is des!
Mit dem Sonnenaufgang regt sich auch langsam mehr und die Menschen strömen jetzt  auf den Platz. Jung und Alt, Einheimische und Touristen und auch der ein oder andere Nachtschwärmer kommt vom Oanser oder einem der anderen Clubs eingetrudelt. Da sind die Madeln fesch in Tracht oder Dienstboten Outfit gekleidet und die Buam schauen mindestens genauso schneidig aus.
Entstanden ist der Kocherlball als Tanzveranstaltung für die Dienstboten, Köche und Hausbediensteten, die sich früher immer sonntags am Chinesischen Turm zum Tanzen trafen. Da sie tagsüber immer arbeiten mussten,  kamen sie halt in der Früh (5-8 Uhr) zusammen.
Die Veranstaltung wurde dann aber  um 1904 aus Mangel an Sittlichkeit verboten.
Die Tradition wurde aber zum Glück wiederentdeckt  und hat  sich seitdem zur größten Tanzveranstaltung Münchens gemausert, mit bis zu 15000 Besuchern.
Da wird getanzt und gelacht, viele sitzen auch unterm Turm auf ihren Picknickdecken und lassen sich die mitgebrachte Brotzeit schmecken.
Rundherum gibt´s aber auch allerhand zu entdecken. Da gibt’s Schmalznudeln, Leberkäs, Steckerlfisch, Weißwürscht, Flammkuchen und vieles mehr. Kaffee für die noch nicht ganz so Fitten oder a scheenes Weißbier zum Frühschoppen.
Wenn man das Treiben dann so beobachtet - wie die Leut freudestrahlend tanzen und die Morgensonne so langsam den Englischen Garten erhellt, dann gibt es eigentlich kein schöneres Platzerl, wo man an einem Tag, wie diesem, in der Früh sein kann.
Also ich hatte grad a paar Weiße und a Radler und ich hab heut gelernt, wie man Münchner Francaise tanzt, sehr zum Leidwesen der Dame, die mich aufgefordert hat. Ich glaub, i bin ihr a paar Mal auf die Füß gestiegen -na ja, Fred Astair werd i nimmer.
Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich diesen Event nicht entgehen zu lassen. Eine riesen Gaudi!
Vielleicht sieht man sich ja - beim Kocherlball 2015.
Genießen Sie den Sommer,
Ihr Kocherl
Alexander Reiter

Samstag, 5. Juli 2014

Auf in den Garten, die Ribiseln san boid soweit!


Auf in den Garten , die Ribiseln san boid soweit!
                                               In a paar Tag ist´s soweit!
Als ich ein Bub war und um diese Zeit im Garten meiner Großeltern spielte, zog es mich immer an die Ribiselsträucher, von denen sie zwei Schwarze und zwei Rote hatten. Ich machte mich dann immer daran, die Beeren ausgiebig zu testen, was man in meinem Gesicht und den verschmierten Sachen immer recht gut ablesen konnte. Aber sie schmecken halt so guad und gesund sind sie auch noch.
Die Johannisbeere hat ihren Namen durch die Reifwerdung rund um den Johannitag Ende Juni und wurde im 15. Jahrhundert von Mönchen aus Osteuropa zu uns nach Bayern gebracht. Die Beere entpuppte sich schon bald als wahre Wunderpflanze,  denn neben dem wunderbaren Geschmack   wurde sie schon bald als Heilpflanze eingesetzt. Der bayrische Name Ribiseln kommt aus dem Lateinischen „Ribes“ und  hat sich bei uns und in Österreich als Bezeichnung für die guaden Beeren durchgesetzt.
                                                     Die Stachelbeere gehört zur selben Gattung
Die Johannisbeeren gehören zur Familie der Stachelbeeren und es gibt ca. 50 Sorten; die Farbpalette reicht hier von Hell bis Dunkelrot, es gibt aber auch weiße und gelbe Sorten.
Die Schwarzen Ribiseln helfen bei Schluckbeschwerden, Grippe und Keuchhusten. Die Blätter des Strauches kann man als Tee aufgießen und diese führen zur Linderung bei Verdauungsproblemen.
Die Roten Johannisbeeren regen den Appetit an und haben einen sehr hohen Salicylsäuregehalt. Insgesamt ist zu sagen, dass sie nachweislich das Immunsystem stärken und als Radikalfänger dienen - so beugen sie der Entstehung von Krebs vor.
In Frankreich wird aus den Schwarzen Ribiseln der berühmte Cassis Likör hergestellt und auch bei Gelees und Marmeladen, sowie im Dessertbereich und auch in der Herstellung  von Saft finden die kleinen Vitaminbomben Verwendung.
Ich mag sie am liebsten direkt vom Strauch, so wie früher bei der Oma und ich freu mich immer wieder, wenn ich in der Wiese sitz und sie mir schmecken lass; auch heut noch meist mit einem vom Saft verschmierten Gesicht, aber des gehört dazu. Außerdem mag meine Frau die Beeren gar nicht und da bleibt dann mehr für michJ
Ich wünsch viel Spaß beim Ribiseln brocken,
Ihr
Alexander Reiter

Samstag, 7. Juni 2014

Biene Maja rockt!!


Biene Maja rockt!!
Jetzt im Sommer schwirrt und summt es auf den Wiesen, in den Gärten und Parks in und um München wie verrückt; Biene Maja macht mal wieder Überstunden, auf dass in Bayern weiter Milch und Honig fließen. Und Dank der emsigen Bienchen dürfen wir uns, wie jedes Jahr auf´s Neue, an den Früchten ihrer Arbeit erfreuen - dem Honig.
Seit  Urzeiten bekannt und beliebt, schrieben ihm seit jeher viele Völker sogar Göttliches zu -womit sie goldrichtig lagen. Honig ist ob seiner Inhaltstoffe ein wahres Wunder und noch heute wird er in der Medizin eingesetzt. Honig enthält beispielsweise viel Eisen und Mangan, was die Blutbildung fördert. Des Weiteren wirkt es kräftigend auf den Körper, im Besonderen bei Senioren und Schwangeren. Honig wirkt bei Schlafstörungen und stärkt das Herz. Aber damit noch nicht genug, seid frühster Zeit wird Honig in der Wundheilung eingesetzt und, was natürlich alle Frauen wissen, für exklusive Schönheitsprodukte.
Was mich sehr fasziniert, ist, dass Honig fast unbegrenzt haltbar ist und man ihn in der Küche sehr vielseitig einsetzen kann. Viele werden jetzt denken, dass das mit Zucker auch geht, aber weitgefehlt und ein sehr großer Irrtum.  Raffinierter Zucker entzieht dem Körper Vitalstoffe und stört den Stoffwechsel. Honig hingegen führt dem Körper mehr als hundert Mineral und Vitalstoffe zu und ist sogar noch Stoffwechsel fördernd.
Der wichtigste Punkt für mich ist aber, dass Honig eine echte Alternative darstellen kann. Denn Raffinade hat einen entscheidenden Nachteil - der Körper will immer mehr davon. Die Folgen, speziell bei Kindern, sind ja hinlänglich bekannt. Bei Honig jedoch ist dies nicht der Fall.
Aber, und jetzt wird’s wieder kulinarisch,  Honig hat vor allem eine unwahrscheinliche Bandbreite und kann in der Küche den Unterscheid ausmachen, ob es guad oder einfach nur himmlisch wird. Hier kommt es sehr darauf an, was für einen Honig man für welches  Gericht verwendet, denn das gibt dann noch mal den richtigen Pfiff. Da geht es los mit Obstblütenhonig, der toll zu Joghurt passt und sehr schön mit Erdbeeren harmoniert, Lindenblütenhonig schmeckt super zu Malzigem und ist sehr gut geeignet für Saucen mit sehr kräftigem Bier. Sonnenblumenhonig hat einen tollen Geschmack, wenn mit Orangen oder Limetten kombiniert und wenn es um Sorbets geht, dann ist Gebirgsblüte mein Favorit. Er eignet sich ebenso sehr gut für Gerichte mit Frischkäse. Waldhonig  ist da schon viel würziger und hat bei mir mit Wildgeflügel seinen Platz gefunden und bei Kastanienhonig wird es dann sogar a bissi herb - er macht sich sehr gut mit Hirsch und Wildschwein. Und was ich nicht vergessen darf, er passt  ganz toll zu Schwammerln .
Klar kennt man Honig in der Backstube, aber ich kann Ihnen nur empfehlen, mit ihm in der Küche zu experimentieren; lohnen tut sich das allemal. Honig- Nusskrusten, Kräuterhonig- Gewürzglasuren für´s Steak  oder  raffiniert in Schmorsaucen lockt er mit seinem tollen Geschmack den Gaumen - die Möglichkeiten sind unendlich.
Und wenn Ihnen gar nix einfällt, Sie können mich gerne kontaktieren und dann finden wir da sicher etwas, was auch Ihnen mundet! Ich summ Ihnen dann was Leckeres:-))
Biene Maja rockt!!
Mit honigsüßen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Donnerstag, 22. Mai 2014

Ein ganz normaler Sommertag in der schönsten Stadt der Welt


Ein ganz normaler Sommertag in der schönsten Stadt der Welt
Endlich ist er da, der Sommer! Die Strassencafés und Hotspots der Stadt sind gut gefüllt, in den Biergärten pulsiert das Leben und die Mittagspause fällt auch gern amoi a bissi länger aus. Vielleicht ein eiskalter Hugo auf der Leopoldstrasse und  sonnig und gut gelaunt weiter Richtung Innenstadt.
A Kugerl Eis am Platzl im Vorbeigehen und in der Stadt an Espresso im Café. Kann des Leben schöner sein? An der Isar liegen die Sonnenanbeter und im Tierpark kriagn die Eisbären langsam an Vogel, weils so hoas is. Am Eisbach wird kräftig gesurft und die Leut schauen sich gespannt die akrobatischen Darbietungen an und das Alles mitten in der Stadt. Wo gibt’s des schon, ausser bei uns.
Mei geht´s uns guad!
Bei alledem kriag i natürlich Hunger. Und genau hier ist München auch wieder Weltklasse! Ob eine Brotzeitplatten für Zwei  im Biergarten oder das Sternemenü. München bietet hier für jeden Gaumen das Richtige. Die Gasthäuser und Restaurants besinnen sich zurück auf regionale, frische Gerichte, die einfach nur schmecken und die Seele erfreuen.
In den Konditoreien der Stadt wird´s jetzt wieder fruchtiger und die Auslagen gehen mit kleinen süßen Verlockungen geradezu über.
Was einen jetzt grad von vielen Speisekarten anlächelt, sind Gerichte mit Spargel und Maibock. Hier gibt’s natürlich super Schmankerl und der Mai ist leider nicht lang genug  um alle zu probieren. Maibockschnitzerl oder Ragout, Rücken oder a scheene geschmorte Keule. Danach noch Erdbeeren als Dessert mit Schlag und schon ist man im kulinarischen Himmel. Es gibt natürlich noch viel mehr, was jetzt bei uns grad Saison hat. So schmeckt die Brunnenkresse jetzt am Besten und auch Kohlrabi, Frühkartoffeln und Mangold haben nun ihre Zeit. Ebenso schmecken Kaninchen und Hase jetzt einfach super.
Was man nicht vergessen darf, ist, wenn man Münchner ist, dann kann man natürlich nach all dem Schmankerl streß:-)) a bissi rausfahren aus der Stadt.
Vorbei an blühenden Rapsfeldern mit den Bergen im Blick geht´s  in die Natur - an den Starnberger See oder Tegernsee oder man fährt gleich durch zum Bayrischen Meer, dem Chiemsee.
 Und hier genießt man dann zum Beispiel den Sonnenuntergang auf der Seeterrasse mit am Glaserl Prosecco. Und das nennt der Münchner  dann einen ganz normalen Sommertag in der schönsten Stadt der Welt.
Mit sonnigen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Freitag, 9. Mai 2014

Brutzeln in der Lederhosen,Kochen zur besten Sendezeit!


Brutzeln in der Lederhosen, Kochen zur besten Sendezeit!

Es fällt mir in der letzten Zeit manchmal echt schwer, nicht ans Kochen zu denken. Nicht zuletzt, weil auf jedem Sender, den ich einschalte, gekocht, gebrutzelt und gegrillt wird. Ich bin ja ein großer Fan von Kochsendungen, aber irgendwie gibt’s nichts anderes mehr.
Da macht der Lafer mit dem Lichter zu fast jeder Uhrzeit und auf den anderen Sendern laden sich die Fernsehköche gegenseitig zum Kochen ein. Da fehlt nur noch, dass sie in einer Arena gegeneinander antreten! Wart mal, upps, gibt’s ja auch schon! Hmmm, dann bleibt halt nur, dass Schubeck die Nachrichten verliest, mit Mälzer als Wetterfee.

Ich hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage, aber was ist aus dem guten alten Fernsehen geworden? Die ultimative Steigerung dieses Dauerkochens wäre eigentlich nur noch ein Spielfilm mit allen unseren Lieblingen an die wir uns so gewöhnt haben.
Wie in den großen Heimatfilmen mit allen Verdächtigen. „Brutzeln in der Lederhosen“ oder so ähnlich. Das Schlimme ist, der Film hätte Spitzenquoten. Info an mich - sollt ich mir vielleicht schützen lassen, sonst läuft´s nächsten Monat  im Privatfernsehen.
Aber mal ehrlich, was vor ein paar Jahrzehnten so unschuldig, begann ist jetzt ein Massenphänomen.
Ich bin echt mal gespannt, wie lange dieser Trend noch anhält oder gibt es in 10 Jahren dann die Jamie Oliver Actionpuppe für das Kinderzimmer und die Spitzenkoch Sammelkarten mit unterschiedlichem Geruch beim Öffnen der Verpackung.
Wenn ich irgendwann mal aufwachen sollte und der erste Song im Radiowecker ist der neue Tophit als Kochrezept geträllert von Helene Fischer und Christian Rach, dann lass ich mich einweisen.
Alles Top Köche, die da die Medienwelt bevölkern, aber irgendwie zu viele für meinen Geschmack. Wer kocht denn da eigentlich noch in den Restaurants? Ach, ich vergaß, dafür machen ja einige Werbung für Fastfood, da bekommen wir dann die Kreationen serviert.
Es fällt aber auch auf, dass es einen sehr großen Unterschied zwischen den großen TV Formaten gibt. Jeder will Topmodel werden oder Superstar. Aber trotz aller kulinarischer Präsenz niemand Koch, irgendwie seltsam.
Ich wünsche Ihnen eine abwechslungsreiche  Medienwoche,
Ihr
Alexander Reiter

Freitag, 2. Mai 2014

Mai is des Schee !


Mai ist des Schee !

Im Frühling passiert in der Natur und im Garten so viel, dass man gar ned woas, wo man zuerst hinschauen soll. Die Bäume blühen in schönster Pracht und überall schießen die Kräuter und Pflanzen aus dem Boden. Dahoam is es besonders schee und ich bin glücklich über meine Obstbäume im Garten. Am Waldrand blüht nun schon der Bärlauch und in der Wiese wächst der erste Sauerampfer. Apropos Sauerampfer: Es war gar nicht so leicht meine Frau davon zu überzeugen, einen zu essen, aber nach einem Salat war sie dann doch sehr schnell begeistert. Der feine leicht säuerliche Geschmack hat sie überzeugt und das ist auch das Wichtigste. Doch speziell beim Sauerampfer gibt noch mehr zu berichten.
Seit jeher wurde er bei allerlei Beschwerden als Heilpflanze genutzt  und eine Vitamin C Bombe ist er auch noch - was will man mehr. Die jungen Blätter schmecken wunderbar und schauen auch am besten aus. Vom Ampfer gibt es mehrere Sorten und mein spezieller Favorit ist der Blutampfer, den ich besonders mag und optisch ist er das Supermodel unter den Ampfern. Überhaupt schmeckte der Salat traumhaft, vor allem weil ich ihn selbst gepflückt hab. Manchmal frag ich mich, warum ich Kräuter überhaupt noch kauf, besser ich geh einfach jeden Tag in der Früh mal ne runde spazieren - hmmm, da muss ich mal drüber nachdenken. Aber zurück zum Salat. Dazu passt zum Beispiel ein Dressing mit Blütenhonig, ein paar Erdbeeren und a bisserl Ziegenkäse und fertig ist der Energie Salat!
Draussen auf der Wiese findet man alles, was man braucht, um  spitzen Salate zu machen und gesund ist es auch noch alles - eine tolle sache. Angefangen bei Giersch über Labkraut bis hin zum Gänseblümchen.
Löwenzahn ist auch super und Brennessel, Gundelrebe, wilder Kerbel und viele andere ergeben ein echtes Power- Vitamin Feld. Und für alle hippen Vitaldrink Smoothie-Fans, hier gibt’s das alles umsonst. In der Stadt zahlt man für nen Becher um die 5€ - verrückt eigentlich.
 Die Kräuter bildeten schon lange vor der modernen Medizin die Basis unserer Gesundheit, denn es ist wirklich für alles ein Kraut gewachsen. Auch das macht das Wissen um die Kräuter noch umso interessanter für mich.
Es ist toll in Bayern zu leben! Es ist definitiv der Ort auf der Welt, der dem Paradies am nächsten kommt, landschaftlich wie kulinarisch. Und ich fühl mich manchmal wie Adam (mit a bisserl zu viel Bauch:-))
Lassen Sie es sich gutgehen, tanzen Sie durch den Mai und feiern Sie das Leben.
Ihr
Alexander Reiter

Donnerstag, 17. April 2014

Bunte Eier und Süße Hasen!


 Bunte Eier und süßen Hasen!
Das Osterfest nimmt in Bayern einen ganz besonderen Platz ein, sowohl christlich als auch kulinarisch. Von Gründonnerstag bis Ostermontag  gedenken wir dem Leiden und der Auferstehung Christi. Bei mir zuhause gehen die Ostervorbereitungen immer schon einige Wochen früher los; meine Mama fängt dann an und bemalt auf sehr kunstvolle Weise die Ostereier und gestaltete wunderschöne Gestecke für unsere Gäste . Wir Kinder durften immer helfen. Mama ist halt einfach die Beste! Komisch, sie fragt mich gar nicht mehr ob, ich mithelfen will, hmmm.., was das wohl zu bedeuten hatJ
Am Karfreitag wird traditionell Fisch gegessen. Es gibt vielerorts in den Gasthäusern und Restaurant Fischbuffets mit vielen Schmankerln aus der Region.
Am Ostersonntag dann serviert man in den meisten Familien Lamm. Und meiner Meinung nach gibt’s nix besseres, als eine schöne Lammkeule mit Kräuterkruste, Speckbohnen und Röstkartoffeln - natürlich im Kreise der Familie. (Rezept gibt´s natürlich auf Anfrage von mir ;-)
In der Früh werden die bunt bemalten Eier versteckt und die süßen Schokoladenhasen, die bei mir eigentlich schon seit meiner Kindheit Verwunderung auslösen. Was hat a Hase mit Ostern zu tun? In der Schweiz zu Beispiel bringt der Kuckuck die Eier. Das geht mir ja noch ein, aber egal, ich muss ja nicht alles verstehen. Da könnt´s ja gleich die eierlegende Wollmilchsau sein. Sehr verwirrend. Aber zurück zum Eier verstecken.

Hier mein ultimativer Tipp: Man sollte sich einen Lageplan machen, um auch alles wiederzufinden. Klingt vielleicht übertrieben, aber wie viele nicht gefundene  Schokoladenhasen lassen jedes Jahr kurz nach Ostern auf brutale Weise ihr Leben im Rasenmäher. Man merkt bei der Gartenarbeit immer gleich, wenn man wieder über ein Ei oder ähnliches gefahren ist, wenn es laut krachend die bunten Eierschalen und Osterhasen aus dem Mähwerk pfeffert.
Nicht vergessen darf man die gebackenen Osterlämmer, die ebenso traditionell zum Osterfrühstück gehören und meist mit einer kleinen Fahne versehen sind. Diese Siegesfahne symbolisiert die Auferstehung Christi.
Und wer noch nicht weiß, was er am Ostermontag machen soll, dem empfehle ich einen Ausflug nach Traunstein im Chiemgau. Hier findet jedes Jahr der Georgiritt statt und mit den festlich geschmückten Pferden und Kutschen ist das immer wieder ein beeindruckender und wundervoller Umzug.

Ich geh jetzt raus und lass es mir gut gehen. Die Sonne scheint, die Bäume blühen und ich sitz mit einem Radler im Garten. Ich glaub, besser kann´s kaum werden, in der schönsten Stadt der Welt.

Ich wünsche ein frohes Osterfest,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 30. März 2014

Ungeahnte Fastenfreuden.Vom Starkbier!


Ungeahnte Fastenfreuden. Vom Starkbier!
Da ich ja im Moment am Fasten bin suche ich ja intensiv nach Möglichkeiten, mir das Leben etwas erträglicher zu machen und auch die Fastentraditionen hochleben zu lassen. Und wo geht das besser, als auf dem Nockerberg. Natürlich halte ich es da wie die Salvatormönche, die es seinerzeit erfunden haben und benutze es ausschließlich, um mir notwendige Kalorien zuzuführen, um während meiner Fastenzeit bei Kräften zu bleiben.

Die ersten Mönche, die das Starkbier brauten, kamen seinerzeit aus Italien und brauten ein sehr  starkes Bier auf Basis eines Maibockrezeptes und trafen damit den Geschmack der Münchener. Ab 1700 pilgerten die Münchner dann ins Kloster zum Biertrinken. Und irgendwie machen wir des ja heute noch und so pilgerte ich halt auch heut auf den Nockerberg.

Aber Vorsicht, die Starkbiere haben es in sich: mit bis zu 9% Alkohol und 19% Stammwürze geht da schon einiges. Da is scho so manch einer den Berg runterkugelt statt hoamgangaJ

Aber abgesehen vom Starkbier gibt es mehrere Gründe auf den Nockerberg zu gehen. Ein super Biergarten, freundlicher Service und eine super Küche von einem der besten Küchenchefs Münchens. Andreas Geitl  kocht hier die für mich kreativste, bayrische Küche der Stadt und ich freu mich immer sehr, wenn ich hier bin. Das was hier serviert wird, ist einfach nur spitzenklasse.

Vor allem wird hier aber die Starkbiertradition bewahrt, gepflegt und gelebt. Einfach schee!

Mei Frau kommt ja aus dem Rheinland, da gibt’s ja nur die kloanen Glaserl Kölsch - heut zeig i ihr mal a echtes BierJ

So macht die Fastenzeit Spaß,

Mit bierigen Grüßen,

Ihr

Alexander Reiter

Dienstag, 25. März 2014

Nachdenklich im Supermarkt


Nachdenklich im Supermarkt
Es ist doch erstaunlich, mit wie viele Begriffen um sich geschmissen wird, wenn es ums Essen geht. Das geht schon im Supermarkt los mit dem Begriff „Light“. Da steht  dann zum Beispiel „50% weniger Fett“.
Tja, macht keinen Unterschied, wenn man nicht weiß, im Verhältnis zu was das Fett reduziert wurde. Sehr toll find ich auch die Verpackungen auf denen steht „unserer Umwelt zuliebe“ und dann ist der Müll nicht mal umweltvertäglich verpackt. Verarschung ist so was. Aber scheinbar glauben hier viele Firmen, dass die Endverbraucher mit dem Kopf an der Heizung schlafen. Aussagen wie „jetzt mit weniger Zucker“ oder „jetzt in Bio Qualität“ sind oftmals nicht zu halten, wenn man das Ganze genauer betrachtet.
Es ist aber auch auf der anderen Seite erstaunlich, dass viele Menschen sich blindlings in die Arme der Industrie begeben, ohne zu hinterfragen, was sie da essen. Wenn wir uns hingegen ein neues Auto kaufen, checken wir alles auf Herz und Nieren. Komisch oder?
Wir haben ein solches Vertrauen zu unserer Lebensmittelindustrie, dass hier scheinbar alles als gesund verkauft werden kann. Hier ist der große versteckte Verführer in den meisten Fällen Zucker; dieser wird den vermeidlich gesunden Lebensmitteln zugesetzt, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Wir nehmen beispielsweise soviel versteckten Zucker zu uns über die Woche, dass, wenn das jemand vor uns auf einen Tisch kippen würde, die meisten Menschen schon vom bloßen hinschauen Diabetes bekämen.
Du bist was du isst. Tja, das scheint in vielen Fällen heutzutage wurscht zu sein. Vielleicht reicht es uns aber auch die gesunden Sprüche auf den Päckchen zu lesen. Und wenn ich mir keine Gedanken drum mache, dann ist es ja nicht so schlimm. Wir sind auf dem besten Weg uns hier die Kontrolle nehmen zu lassen, wenn dies nicht schon längst passiert ist.
Was dagegen hilft? Frische Produkte kaufen, mit Liebe kochen und am besten mit der Familie oder Freunden genießen. Man sollte immer hinterfragen, denn viele unserer Zivilisationskrankheiten gehen zurück auf unsere Ernährung und unsere Gesundheit sollte doch das Wichtigste sein, oder?
Es ist sowieso schöner auf dem Markt einzukaufen, zu kochen und Qualität zu schmecken.
The choice is yours!
Mit kulinarischen Grüßen,
Ihr
Alexander Reiter

Sonntag, 9. März 2014

Wenn Obelix zur Fastenmotivation wird!


Wenn Obelix zur Fastenmotivation wird!

Also irgendwie sollte ich die netten Anmerkungen meiner Frau in den letzten Wochen doch mal ernst nehmen und so habe ich mich entschlossen in diesem Jahr die Fastenzeit zum Anlass zu nehmen und selbst zu schauen, ob mir das was bringt. Natürlich habe ich auch dem Schlemmeronkel mein Leid geklagt, dass meine Frau mich für dick hält. Und ich muss sagen, lieber Herbert, deine Antwort, dass Obelix und Kohl nichts wären ohne ihren Bauch, hat mich irgendwie auch nicht wieder aufgebaut.
Also, der Speck muss weg!
Die traditionellen christlichen Fastenregeln sind schnell erklärt: Klassisch ist eigentlich nur der Verzicht von Fleisch vorgeschrieben, aber heutzutage ist es auch üblich, auf weitere Genussmittel,  wie Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten.
Sonntag ist fastenfrei  und man sollte sich im Klaren sein, dass die Fastenzeit nicht primär der Gewichtsabnahme dient,  sondern helfen soll, einfach mal bewusster und etwas enthaltsamer zu leben, um Körper und Geist zu reinigen. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er die religiösen Komponenten der Fastenzeit mit in sein Leben integrieren will oder nicht.
Also gut, dann schau mer Mal. Ich habe mich entschieden erst mal alles wegzuräumen, was ich nicht essen soll; Süßigkeiten, Kaffee, Alkohol  und auch alle Limonaden und gesüßte Getränke. Ab in den Keller. Adios meine Freunde, ich werde euch aus eurem Verließ retten, wenn alles vorbei ist - versprochen.
Dann mal nachdenken, wie ich mir meine persönliche Fastenzeit so gestalte. Ich denke, ich werde mit einem Müsli und viel Obst in den Tag starten; manche Menschen lassen auch die Milch weg, aber die brauch ich einfach. Aber Käse, Sahne, Joghurt und Quark werde ich mal aus meinen Speiseplan streichen, auch wenn´s schwerfällt.
In der Hauptsache werde ich ungesüßte Kräutertees trinken und viel Wasser.
Das Grundgerüst meiner Ernährung bildet Gemüse und zwei Mal die Woche Fisch; Obst als Dessert oder einfach mal zwischendurch.
Mit Gemüse kann man sich super abwechslungsreich ernähren, also wird das wohl kein Problem.
Brot werde ich a bisserl reduzieren, eine Scheibe am Tag reicht da auch; Vollkornbrot, schmeckt eh am besten. Tja und Pasta lass ich mal weg. A bisserl weniger Kohlenhydrate kann ned schaden.
Mal schauen ob ich mich dadurch besser fühle und etwas Gewicht verlieren kann. Auf geht´s - ich bin bereit.
Meine Frau glaubt irgendwie nicht so richtig dran; sie sitzt mir grad schmunzelnd gegenüber und löffelt genüsslich ihren Sahnequark.
Na ja, ich werde es versuchen und wenn´s nur dazu führt, dass der Herbert mich nicht mehr mit Obelix vergleicht, dann hat´s ja schon was gebracht.

Ich halte Sie auf dem Laufenden,
Fasten Sie sich gesund,
Ihr
Alexander Reiter