Sonntag, 20. Juli 2014

Der Kocherlball- Für Frühaufsteher und Tanzbären!


Der Kocherlball- Für Frühaufsteher und Tanzbären!
Einmal im Jahr, wenn die meisten Münchener noch fest schlafen, findet eine der schönsten Sommerveranstaltungen überhaupt statt, der Kocherlball.
 Um 4.00 Uhr stehen die Ersten schon vor dem chinesischen Turm und sichern sich a schönes Platzerl oder genießen einfach diese frühen Morgenstunden. Die ersten Vögel fangen langsam an zu zwitschern  und die Oachkatzerl  auf den Asterln werden durch das Lachen und Ratschen der ersten Kocherlgäste ein bisschen früher geweckt. Es ist eine unbeschreiblich schöne Stimmung so früh am Morgen und das Morgenrot erhellt langsam die ganze Szenerie. Ich sag einfach mal wie es is: Des is scho fast kitschig, so schee is des!
Mit dem Sonnenaufgang regt sich auch langsam mehr und die Menschen strömen jetzt  auf den Platz. Jung und Alt, Einheimische und Touristen und auch der ein oder andere Nachtschwärmer kommt vom Oanser oder einem der anderen Clubs eingetrudelt. Da sind die Madeln fesch in Tracht oder Dienstboten Outfit gekleidet und die Buam schauen mindestens genauso schneidig aus.
Entstanden ist der Kocherlball als Tanzveranstaltung für die Dienstboten, Köche und Hausbediensteten, die sich früher immer sonntags am Chinesischen Turm zum Tanzen trafen. Da sie tagsüber immer arbeiten mussten,  kamen sie halt in der Früh (5-8 Uhr) zusammen.
Die Veranstaltung wurde dann aber  um 1904 aus Mangel an Sittlichkeit verboten.
Die Tradition wurde aber zum Glück wiederentdeckt  und hat  sich seitdem zur größten Tanzveranstaltung Münchens gemausert, mit bis zu 15000 Besuchern.
Da wird getanzt und gelacht, viele sitzen auch unterm Turm auf ihren Picknickdecken und lassen sich die mitgebrachte Brotzeit schmecken.
Rundherum gibt´s aber auch allerhand zu entdecken. Da gibt’s Schmalznudeln, Leberkäs, Steckerlfisch, Weißwürscht, Flammkuchen und vieles mehr. Kaffee für die noch nicht ganz so Fitten oder a scheenes Weißbier zum Frühschoppen.
Wenn man das Treiben dann so beobachtet - wie die Leut freudestrahlend tanzen und die Morgensonne so langsam den Englischen Garten erhellt, dann gibt es eigentlich kein schöneres Platzerl, wo man an einem Tag, wie diesem, in der Früh sein kann.
Also ich hatte grad a paar Weiße und a Radler und ich hab heut gelernt, wie man Münchner Francaise tanzt, sehr zum Leidwesen der Dame, die mich aufgefordert hat. Ich glaub, i bin ihr a paar Mal auf die Füß gestiegen -na ja, Fred Astair werd i nimmer.
Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich diesen Event nicht entgehen zu lassen. Eine riesen Gaudi!
Vielleicht sieht man sich ja - beim Kocherlball 2015.
Genießen Sie den Sommer,
Ihr Kocherl
Alexander Reiter

Samstag, 5. Juli 2014

Auf in den Garten, die Ribiseln san boid soweit!


Auf in den Garten , die Ribiseln san boid soweit!
                                               In a paar Tag ist´s soweit!
Als ich ein Bub war und um diese Zeit im Garten meiner Großeltern spielte, zog es mich immer an die Ribiselsträucher, von denen sie zwei Schwarze und zwei Rote hatten. Ich machte mich dann immer daran, die Beeren ausgiebig zu testen, was man in meinem Gesicht und den verschmierten Sachen immer recht gut ablesen konnte. Aber sie schmecken halt so guad und gesund sind sie auch noch.
Die Johannisbeere hat ihren Namen durch die Reifwerdung rund um den Johannitag Ende Juni und wurde im 15. Jahrhundert von Mönchen aus Osteuropa zu uns nach Bayern gebracht. Die Beere entpuppte sich schon bald als wahre Wunderpflanze,  denn neben dem wunderbaren Geschmack   wurde sie schon bald als Heilpflanze eingesetzt. Der bayrische Name Ribiseln kommt aus dem Lateinischen „Ribes“ und  hat sich bei uns und in Österreich als Bezeichnung für die guaden Beeren durchgesetzt.
                                                     Die Stachelbeere gehört zur selben Gattung
Die Johannisbeeren gehören zur Familie der Stachelbeeren und es gibt ca. 50 Sorten; die Farbpalette reicht hier von Hell bis Dunkelrot, es gibt aber auch weiße und gelbe Sorten.
Die Schwarzen Ribiseln helfen bei Schluckbeschwerden, Grippe und Keuchhusten. Die Blätter des Strauches kann man als Tee aufgießen und diese führen zur Linderung bei Verdauungsproblemen.
Die Roten Johannisbeeren regen den Appetit an und haben einen sehr hohen Salicylsäuregehalt. Insgesamt ist zu sagen, dass sie nachweislich das Immunsystem stärken und als Radikalfänger dienen - so beugen sie der Entstehung von Krebs vor.
In Frankreich wird aus den Schwarzen Ribiseln der berühmte Cassis Likör hergestellt und auch bei Gelees und Marmeladen, sowie im Dessertbereich und auch in der Herstellung  von Saft finden die kleinen Vitaminbomben Verwendung.
Ich mag sie am liebsten direkt vom Strauch, so wie früher bei der Oma und ich freu mich immer wieder, wenn ich in der Wiese sitz und sie mir schmecken lass; auch heut noch meist mit einem vom Saft verschmierten Gesicht, aber des gehört dazu. Außerdem mag meine Frau die Beeren gar nicht und da bleibt dann mehr für michJ
Ich wünsch viel Spaß beim Ribiseln brocken,
Ihr
Alexander Reiter