Sonntag, 23. November 2014

Kraut und Rüben


Kraut und Rüben

In den letzten Tagen hing an meiner Bürotür ein Zettel auf dem in Großbuchstaben stand: Bei Dir schaut´s aus, wie Kraut und Rüben!!
Ich nehme an, meine Frau wollte mir damit irgendwas sagen.
Allerdings brachte mich das auf eine ganz andere Idee, als von ihr gedacht – nämlich auf Krautwickerl; diese hatte ich echt schon lang nicht mehr gemacht. Daher hab ich dann doch lieber angefangen, einige Wickerl herzurichten – kochen macht einfach mehr Spass, als aufräumenJ.
Der Kohl in vielerlei Formen ist aus der Bayrischen Küche nicht wegzudenken und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Kohl einen Großteil der bayrischen Gemüseernte ausmacht.
Wir Bayern lieben natürlich unseren Weißkohl und Sauerkraut kennt und schätzt man in der ganzen  Welt. Tja, die Engländer nennen uns ja  auch wenig schmeichelhaft „Krauts“. Aber die sind nur neidisch, denn wer schon Bier ohne Schaum säuft, der sollte gscheider nix sagen. Und vom Essen fang ma gar ned erst an.
 Aber die Familie der Kohlsorten bietet hier noch viel mehr. Den Rotkohl für unser  Blaukraut z.B. Kohlrabi, Spitzkohl und Wirsing, Blumenkohl und Brokkoli.
Was soll man sagen - ohne die Kohlsorten, da wäre unsere Küche nur halb so Guad.
Entstanden aus dem Wildkohl und kultiviert von den Römern, ist der Kohl sowohl bei uns, als auch in Afrika und Zentralasien beheimatet und hat sehr viele schmackhafte Arten hervorgebracht.
Zu finden ist er in allen Küchen der Welt und hat überall seinen Platz. Als wichtiger Bestandteil in der Regionalküche wie beispielsweise der Grünkohl in Norddeutschland oder als Champagnerkraut in der Gourmetküche. Es gibt kaum ein Platzerl, wo er nicht mit dabei ist.
Die Asiatische Küche wäre zum Beispiel auch undenkbar ohne Kohl. Hier sind Chinakohl und Pak Choi sowie Choisum unverzichtbare Zutaten und werden auch bei uns immer beliebter.
Der kleinste Vertreter der Kohlsorten ist der Rosenkohl. Aus Belgien stammend und auch Brüssler Kohl  genannt, ist er auch bei uns eine tolle Bereicherung für jede Speisekarte. Ich mag ihn besonders gerne zu Wildgerichten, sowie Wildgeflügel.
Kohl ist aber noch weitaus mehr - Eine Vitaminbombe durch einen hohen Anteil an Vitamin C, wie zum Beispiel im Sauerkraut. Weitere Inhaltsstoffe sind Folsäure und Kalzium sowie Phosphor, die gut für Knochenbau und Zähne sind.
Von daher ist eigentlich erstaunlich, wie wenig man über Kraut nachdenkt und doch hat man es so oft in den verschiedensten Formen auf dem Teller und auch in der Literatur wird es gewürdigt.
Enden will ich nämlich heute mit einem kleinen Gedicht von Wilhelm Busch:
Eben geht mit einem Teller, Witwe Bolte in den Keller. Daß sie von dem Sauerkohle, eine Portion sich hole. Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.
Ach ja und nun ein kleiner Tipp für alle Männer: Ich hab mein Büro jetzt zugesperrt, aufgeräumt ist es immer noch nicht;-))
Bleiben Sie genießerisch,
Ihr
Alexander Reiter

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