Sonntag, 9. November 2014

Martinsganserl oder Wurstbrot!


Martinsganserl oder Wurstbrot!
Heute kam meine liebe Frau zu mir und fragte mich, warum wir eigentlich zu Martini am 11. November Gans essen und nicht irgendwas anderes, wie a Wurstbrot oder so.
Abgesehen davon, dass ich kein Fest kenne, an dem das Wurstbrot im Mittelpunkt steht, mein Engel, eine gute Frage.
Um den heiligen Martin von Tours ranken sich viele Geschichten und es gibt viele Bräuche rund um Martini. So z.B. das Martinssingen mit den schönen Laternen und der Martinszug vielerorts mit der Teilung seines Mantels (Ich durfte ihn mal in der Grundschule für ein Theaterstück spielen - na ja, hab dann doch lieber gekocht:-)
Auch das Ganserlessen gehört zu diesen Bräuchen und erklärt sich u.a. wie folgt: Als der Heilige Martin von Tours eine Messe gehalten hat, watschelten eine Schar Gänse durch die Kirchentür herein und unterbrachen Martin bei seiner Predigt. Kurzerhand wurden diese dann von den Gemeindemitgliedern eingefangen und zu Braten weiterverarbeitet.
Eine weitere Erklärung liegt im Lehnswesen der damaligen Zeit. Früher war Anfang November ein Lehen zu entrichten, der sogenannte Martinsschoß und da viele Bauern mit Gänsen ihr Lehen beglichen, war der Begriff Martinsgans schnell in aller Munde.
Beide Geschichten geben eine gute Erklärung ab und so kommen wir nun jeden Martinstag in den Genuss dieses feinen Schmankerls. Gänse an und für sich gehören zu den ältesten domestizierten Geflügelarten und werden schon seit frühgeschichtlicher Zeit gehalten. Die Schlachtzeit der Gans ist von September bis Dezember  und so haben diese dann auch unterschiedliche Bezeichnungen. Bis zum fünften Lebensmonat heißen diese Frühmastgänse. Die Anfang November geschlachteten sind die Martinsgänse und später im Dezember sind sie dann als Weihnachtsgans bekannt.
Wir genießen dann traditionell die Martinsgans mit Blaukraut und Kartoffelknödel, a paar Maroni und am scheenen Saucerl. Ein echtes Feiertagshighlight - einfach guad.
„Aber so viel sei verraten, für einen guten Braten braucht man Liebe und viel Schmalz, so Gott erhalt`s“.
Und wer ein Rezept für sein Martinsschmankerl braucht, dieses steht, wie immer, auf Abruf für Sie bereit.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Martinstag,
Mit kulinarischen Grüßen
Ihr
Alexander Reiter

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