Montag, 5. Januar 2015

Von Schinkenspeck zu Speck weg!


Von Schinkenspeck zu Speck weg!

Das neue Jahr ist gerade ein paar Tage alt und schon scheint grad mal wieder die ganze Welt verrückt zu werden.  In den Medien hat sich da ganz schnell das Erscheinungsbild der Werbung um 180 Grad gedreht, von Schinkenspeck auf Speck weg und alles was man nun hört ist “Ach wissen Sie, aber nur a ganz kleine Portion. Ich bin am Abnehmen und bitte a Glaserl Wasser für meine Schlankheitsdragees“. Hallo! Wenn man ned so fui Platzerl und  Ganserl in sich reinschlingt, wie die alten Römer, braucht man auch keinen TV Guru, der einem sagt: „ich mach dich sexy.com“. Dabei hat der Typ nicht mal Haare. Erschreckende Gesellschaft in der wir da leben.
 Früher hieß es immer alles in Maßen. Scheint heut jeder vergessen zu haben, eher alles maßlos und dann wollen wir natürlich trotzdem Größe 36. Im Moment haben da jetzt wieder die Schlankheitspillen Hochkonjunktur, die Kohlehydrataufnahme reduzieren und Fettbinden und was weiß ich nicht was. Es weiß zwar wieder mal keiner, was da drin ist aber, „Auf dem Packerl steht drauf, das es mich schlanker macht, dann wird´s schon stimmen“. Da sollte eigentlich „Saublöd“  draufstehen, wenn Ihr mich fragt. Es ist leider immer noch so, dass wir uns viel zu wenig mit unserer Ernährung  und unserem Körper beschäftigen und das öffnet der Industrie und diversen Quacksalbern Tür und Tor. Jeder anständige Mediziner wird einem von dieser Pillenkur abraten und eine ausgewogene Ernährung mit Sport  empfehlen.
Aber wir versuchen ja immer den leichten Weg zu gehen. Klar ist ja einfachen auf der Couch a Fett weg Pille zu schlucken, als einmal um den Block zu laufen. Komisch ist nur, beim Neujahrs-Sale, wie man  so neudeutsch sagt, können Sie dann plötzlich wieder durch die Kaufinger Strasse flitzen, wie die jungen Rehe, Ein Wunder!

Im Restaurant werden die Köche langsam alle irre, weil jeder Zweite plötzlich Kohlehydratreduziert essen will oder einfach mal so sein Essen selber zusammenstellt. „Einmal den Salat - aber bitte ohne Dressing und ohne Fleisch und ohne Eier und Sprossen und bitte lassen sie die Croutons weg“. Okay, also einmal den Putensalat ohne Pute und allem was so drauf ist, also Eisbergsalat ohne Dressing, wird gemacht.
Tja, und dann gibt´s jetzt da ja noch die Flexitarier (Ich erspare mir einen Kommentar), die sich wie durch ein Wunder nach den Feiertagen verdreifachen und es auch nicht einfacher machen. Hauptsache individuell so scheint´s.
 Also mal ehrlich, sind wir denn schon so degeneriert, dass wir gar nicht mehr mitbekommen, dass wir uns mediengesteuert genau so verhalten, wie von uns gewünscht. Es lebe der Konsument; man muss es ihm nur vorbeten in TV und Co und schon kauft er es. Wahrscheinlich würden wir uns auch mit Katzenfutter einreiben, wenn uns einer sagt, dass man davon eine schöne Haut bekommt. Ich weiß, ist nicht schmackhaft und auch nicht schön, aber leider geht´s in die Richtung.
 Ich bin der Meinung, dass wir alle etwas bewusster mit uns und unserem Körper umgehen sollten und hier ist die Ernährung einer der wichtigsten Faktoren. Wenn irgendein Dr. Firlefanz im Fernsehen sagt „Unser Produkt ist die Revolution in der Schlankheitsbranche“, dann muss das nicht die Wahrheit sein. Scheinbar glauben wir jetzt ungefragt alles, was uns das Fernsehen sagt, ist ja echt traurig.
Finden Sie doch mal für sich heraus was für Produkte Sie so kaufen und hinterfragen Sie diese mal ohne wenn und aber. Da wird Ihnen beim einen oder anderen Mal auffallen, dass Sie sich nur überteuertes Pflanzenkonzentrat oder  Kräuterextrakt gekauft haben. Ein schöner Blattsalat mit Avocado und Artischocken hätte in vielen Fällen den gleichen Effekt gehabt.
Es geht hier um unsere Gesundheit, das höchste Gut, dass wir haben, da sollten wir kritischer sein. Seit hunderten von Jahren preisen fahrende Händler „Wundermittel“ für allerlei Dinge an. Heutzutage nennt man das Commercial  und ist nichts anderes, aber reinfallen tun wir immer noch so, wie früher.
Gibt mir doch zu denken, denn wenn wir alles glauben und nichts mehr hinterfragen, dann legen wir die Verantwortung für unsere Gesundheit  in die Hände von Geschäftemachern.
 Also ich geh jetzt ne runde Joggen, denn von Nix kommt Nix und wenn a paar Pfunde übrig bleiben, was soll´s, solange ich mich wohlfühle, oder?
Bleiben Sie gesund,
Mit kulinarischen Grüßen,
Alexander Reiter