Donnerstag, 5. November 2015

Paralleluniversum Bio-Supermarkt-haben wir bereits den zwei Klassen Einkauf?

Paralleluniversum Bio Supermarkt- haben wir bereits den zwei Klassen Einkauf?


Es hat jetzt wirklich lange gedauert, bis ich gestern zum ersten Mal im Biosupermarkt einkaufen war. Ich bin ja eigentlich mehr der Typ vom Erzeuger auf den Tisch oder ich kauf direkt vom Markt.

Bei mir gehört es einfach a bisserl dazu den Erzeuger zu kennen, den Respekt vor dem Lebensmittel zu wahren und ich find nix spannender, als in der Früh auf dem Gemüsemarkt den Händlern beim Streiten zuzuhören.
Oder wer findet es nicht traumhaft beispielsweise am Viktualienmarkt seine Lebensmittel zu kaufen?
Aber ich schweife wieder mal ab.
Wie ich so vor dem Markt stehe, fällt mir auf, dass hier mehr Fahrräder als üblich vor dem Markt stehen, was ich schon mal gut fand, denn Bewegung ist ja bekanntlich gesund.
Das Äußere des Marktes machte auf mich auch einen guten Eindruck - modern, schick und einladend.
So weit so gut, dann nichts wie ab in den Markt.

Sehr neugierig, wie ich nun mal bin, hab ich erst mal ausgiebig die Gemüseregale durchgeschaut und festgestellt, dass ich nur feststellen konnte, dass die Gemüse sogar ein bisserl teurer waren, als auf dem Markt, was für mich sichtlich unverständlich ist, denn Bio sollte nicht gleich teuer heißen.
Wenn wir uns unsere Erzeugerkette so anschauen, sollte man den Zwischenhandel, wenn möglich eh weglassen und gleich beim Erzeuger kaufen, denn für das Geld, was beispielsweise Bio-Eier hier kosten, bekomm ich bei meinem Bauern mindestens 5 Stück mehr für´s gleiche Geld.
Sorry, aber so bin ich nun mal.

Die Auswahl im Biomarkt war super, keine Frage und die Waren sind qualitativ klasse, aber hier wird mir ein bisschen zu viel mit dem guten Willen des Konsumenten gespielt, der sich manchmal leider blind und voller Vertrauen von der Bio-Industrie  verführen lässt, Produkte zu teilweise überteuerten Preisen zu erwerben.
Dies ist natürlich nur meine Meinung, bevor ich wieder böse Briefe bekomme, aber es gibt mehr als ein Beispiel für Firmen, die mit ein und demselben Produkt mit unterschiedlichen Deklarationen sowohl Bio, als auch konventionelle Supermärkte ausgestattet haben.
Klar kann man sagen, dass machen alle usw. und ich geb dem auch recht, aber mir fehlt es oft an der Aufklärung des Verbrauchers, der, wenn er alle Fakten hätte, in vielen Fällen anders entscheiden würde.
Nun ja, was hilft denn das Grübeln, die Entscheidung liegt bei jedem selbst.
Ein weiterer kleiner Punkt, der auffällt, ist die Klientel, die sich im Supermarkt getummelt hat. Hipster, obere Mittelschicht und Alternative (War schön mal wieder ein Jute-Säckchen zu sehen und die Mutter sprach ihre Tochter mit Tallulah an, nun ja, da passt der Vorname zum Lifestyle)
Aber um ehrlich zu sein, ich war, glaub ich, der einzige Normalo in dem Laden. Da kommt man sich vor, wie bei einer Reise ins Parallel Universum.
Man soll ja so etwas nicht sagen, aber nähern wir uns jetzt dem Zwei Klassen Supermarkt? Denn dann läuft da was ganz falsch.
Wie gesagt, die Produkte waren alle sehr gut, bis auf kleinere Ausnahmen, aber es war etwas absurd zu sehen, dass die Produkte im Vergleich einfach mal bis zu 60% teurer waren, im Schnitt mindestens aber um 20-30%.
Da wird mit dem guten Willen der Kunden saftig Geld verdient.
Was ich sehr lobenswert fand, waren die sehr gut sortierten Regale von Gewürzen und die sehr gute Auswahl von Nüssen und Samen. Hier greife ich gerne auf Produkte aus kontrolliertem Anbau zurück, da hier die Schadstoffbelastungen einfach sehr viel geringer sind, als bei vielen konventionellen Produkten in der Vergangenheit, was auch durch unabhängige Tests schon oft zum Vorschein kam.
Wie ich jetzt so beim Schreiben bin, merke ich, werde ich wahrscheinlich kein Bio Supermarkt- Fan.
 Sehr wohl bin ich aber der größte Fan von guten, verantwortungsvoll angebauten und ökologischen Lebensmitteln.

Ich bin nun mal doch der Erzeuger Typ, klar, mein Kartoffelbauer hat jetzt kein Biosiegel. Seine Familie baut aber schon sein rund 100 Jahren Kartoffeln an. Braucht so ein Mann zwingend ein Bio-Siegel um Hip zu bleiben und am Markt mithalten zu können? Ich sag nein! Wenn die Qualität stimmt, dann sollte das reichen.

Jeder muss selbst entscheiden, ob er den Weg in den Biomarkt macht oder lieber über den Wochenmarkt an der Ecke schlendert oder aber beim Bauern vorbeifährt, ein paar Eier kauft und vielleicht noch nette Menschen kennen lernt.
Denn darum geht´s mir, hinter jedem Produkt stehen Menschen, die mit Herzblut ihre Waren herstellen und denen will ich was Gutes tun.
Dann kommt auch das Lächeln da an, wo es hingehört.
Liebe Schlemmerlinge, heute war es einmal ein bisserl kritischer, aber manchmal muas des eben auch sein.
Mit kulinarischen Grüßen,
Euer
Alexander Reiter


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