Mittwoch, 17. Februar 2021

Chicorée - Eine Bittersüße Symphonie. Gesund und so guad!

 

Servus Ihr Lieben,

jetzt im Februar und März steht uns wieder ein ganz besonders aromatisches Saisongemüse zur Verfügung - der Chicorée.

Doch was ist Chicorée eigentlich?

Der Chicorée ist botanisch gesehen eine Kulturform der Zichorie, die auch als Wegwarte bekannt ist. Der Chicorée besitzt eine Wurzel, die geerntet wird. Hieraus treiben dunkel gelagert die Sprossen aus.

Die Zichorienwurzel wurde früher auch als Kaffeeersatz genutzt und ist auch heute noch oft in den Getreidekaffees zu finden.

In der Volksheilkunde gilt die Chicorée Rübe als Hilfsmittel bei Magendruck und Verdauungsbeschwerden.

Für unsere Gesundheit ist Chicorée ein wahres Kraftpaket. Die Bitterstoffe sind gut für den Kreislauf und den Stoffwechsel und er ist sehr vitaminreich mit den Vitaminen A, B und C.

Auch für unseren Mineralstoffhaushalt kann uns Chicorée mit seinem hohen Gehalt an Kalium, Zink und Folsäure viel Gutes tun.

Und eine besondere Freude ist, 100 g haben gerade mal 17 Kalorien und das Gemüse hat einen hohen Gehalt an Inulin. Hierbei handelt es sich um einen Ballaststoffe, der die Darmflora unterstützt und hier ist bekanntlich der Sitz der Gesundheit.

Auch gut ist, das Chicorée lange satt macht und den Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigen lässt. Für alle, die so langsam ihre Couch-und Homeoffice Pfunde loswerden wollen, ist Chicorée also bestens geeignet.

Nun ist der Chicorée wirklich nicht der Star der in der Küche, was schade ist und weswegen ich eigentlich diesen Blog heute diesem kleinen schmackhaften Bittersalat widme.

Oft fehlt es vielleicht an ein wenig Inspiration. Chicorée ist meist nur als Salat bekannt, aber schmeckt auch wundervoll als Gemüse, Auflauf oder als Schmorgericht.

Zusammen mit Orange ist er einfach traumhaft und genau das zeige ich Euch heute.

Und glaubt mir, das ist echt easy und wird Euch begeistern.

Wir machen heute geschmorten Orangen-Chicorée mit Fetakäse, Rucola und Granatapfel

Und das braucht Ihr dafür:

2 Stück Chicorée

2 Orangen

1 Granatapfel

Etwas Feta Käse, Meersalz, Olivenöl, etwas Basilikum und Pfeffer aus der Mühle.

Zum Anrichten etwas Rucola, Tomaten, Zwiebel oder was Euch kreativ gerade so glücklich macht.


 
Und so geht’s:

Zuerst waschen wir unsere Zutaten, anschließend halbieren wir unseren Chicorée, lassen aber den Strunk erst einmal drin, das hält unseren Kopf beim Schmoren zusammen. Den Strunk könnt Ihr gegebenenfalls nach dem Garen entfernen.

Zuerst filetieren wir unsere Orangen und fangen den Saft in einer kleinen Schüssel auf. Wahlweise könnt Ihr natürlich Orangensaft nehmen, wenn Euch das mit dem Filetieren nicht so liegt.

Nun geben wir etwas Olivenöl in eine Pfanne und braten unseren Chicorée darin mit etwas Farbe an. Anschließend löschen wir das Ganze mit dem Saft von unseren Orangen ab und schmoren unseren Chicorée im vorgeheizten Ofen für ca. 12 min bei 150°C Ober / Unterhitze.

In der Zwischenzeit waschen wir den Rucola, schneiden die Tomaten und Zwiebeln klein und bereiten den Feta käse vor. Diesen können wir einen Tag vorher einlegen oder Ihr aromatisiert ihn mit Kräutern oder Gewürzen.

Nun noch die Granatapfelkerne aus der Schale befreien und wir sind fertig zum Anrichten.

Wenn der Chicorée aus dem Ofen kommt, geben wir ihn direkt auf einen Teller. Dann geben wir den Rucola Salat, den wir noch mit Olivenöl und etwas weißem Balsamico angemacht haben, und den Fetakäse dazu. Nun noch nach Lust und Laune mit unseren Orangenfilets und Kräutern dekorieren und genießen.

So einfach kann Kochen sein - eine Bittersüße Symphonie, gesund und sexy.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen,

Gebt auch Chicorée mal eine Chance auf Eurem Speiseplan, er hat es verdient!

Bleibt gesund und hungrig,

Euer

Alexander Reiter





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Donnerstag, 14. Januar 2021

Ist Veganuary nur der Anfang? Wie is(s)t die Welt der Zukunft?



Servus Ihr Lieben,

Ein Ernährungstrend, der in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden hat, ist die vegane und vegetarische Ernährung.

Nun kann man beobachten, dass sich jährlich immer mehr Menschen rund um den Globus Gedanken machen, um was und wie sie essen, auch in Bezug auf ihre Umwelt und das Klima.

Und nicht zuletzt ist hier der „Feel-Well“ Faktor nicht zu unterschätzen, denn möchte nicht jeder das Richtige für sich und die Umwelt tun?


Ein schöner Gedanke und man merkt, dass dies nicht nur eine Modeerscheinung ist, wie Bubble-Tea oder Cronnuts, es ist eine Ernährungsbewegung, die gekommen ist, um zu bleiben.

Speziell im Januar ist jetzt seit einigen Jahren der Veganuary als veganer Monat immer beliebter geworden und so ist auch die Industrie drauf und dran, sich auf die neuen Ernährungsgewohnheiten einzustellen.


Längst haben es Quinoa und Co. vom Reformhaus in die Supermärkte geschafft und es gibt wohl keinen mehr, der nicht schon gemerkt hat, dass das Sortiment an veganen Zutaten und organischen Lebensmitteln stetig zunimmt.

So ist der Anteil von Bioprodukten in den Supermärkten in Deutschland in den letzten 5 Jahren auf ganze 6,5% vom Gesamtlebensmittelumsatz gestiegen. Ein nicht zu unterschätzender Wachstumsmarkt.

Hiervon profitieren auch die Hersteller und so dreht sich die Spirale langsam in Richtung Nachhaltigkeit und umweltbewusste, gesunde Ernährung.

Doch woher kommt der Sinneswandel?

Ernährung ist unter anderem zu einer Art Lebensphilosophie geworden.

Es scheint fast so, als würden wir beginnen, unsere Gesundheitssünden der Vergangenheit hinter uns lassen. Jährlich weniger Raucher, rückläufiger Alkoholkonsum und stetig abnehmender Fleischgenuss bei der Generation Y und Z.

Ernährung wird zelebriert, gepostet, geteilt und getweeted. Man identifiziert sich mit seiner Ernährung und feiert die Gesundheit als Teil der eigenen Identität.

Doch was für Vorteile hat eine vegane oder einfach eine nachhaltige Ernährung auf unseren Körper?

Das ist eigentlich einfach zu beantworten, unser Körper befindet sich evolutionär gesehen noch auf dem Stand der Steinzeit. Zu diesem Zeitpunkt entwickelten sich die hochkalorischen und sehr fleisch-lastigen Ernährungsformen und Gerichte, die uns zum Teil noch bis heute begleitet. Zur damaligen Zeit war das Leben hart, die Winter kalt und das Überleben schwer.

Unser Körper ist von Natur aus darauf ausgelegt, ungenutzte Energie umzuwandeln und für schlechte Zeiten einzulagern und so sollte klar sein, woher die Probleme stammen, denen wir jetzt gegenüberstehen.

Noch immer essen wir wie unsere Vorfahren, doch sind wir längst nicht mehr so gefordert, wie früher und so sind die Folgen des ständigen Überflusses klar. 

Die Herzkreislauferkrankungen nehmen seit Jahrzehnten stetig zu und Menschen auf der ganzen Welt sterben weit vor Ihrer Zeit. Diabetes ist schon fast zu einer Volkskrankheit geworden und viele Krebsarten stehen in direkter Verbindung mit einer ungesunden Ernährung. Und ich könnte die Liste noch viel weiterführen.

Doch jede Herausforderung führt beim Menschen zu Veränderungen und er passt sich an.

Für gewöhnlich dauert ein solcher Prozess Jahrtausende, doch ist es in dieser Beziehung an der Zeit für uns diese Veränderung selbst in die Hand zu nehmen.

Nun ist das erste Mal in der Evolutionsgeschichte die „Zeit des Menschen“ gekommen. Wir haben nun eine Stufe erreicht, an der wir selbst entscheiden müssen, wie unsere Entwicklung weitergeht. Das Antropozän ist unsere Chance zu zeigen, dass wir als Spezies in der Lage sind, weitgreifende Entscheidungen und Entwicklungsschritte einzuleiten.

Das erste Mal in der Geschichte hat sich der Mensch zu einem Punkt entwickelt, an dem er die Evolution überholt hat und nun selbst die Zukunft, seine Umwelt und sein selbst beeinflussen und verändern kann. Stetig steigt unser Wissen über uns und unsere Gene, unsere Stoffwechselvorgänge und unsere Bedürfnisse, sowie auch unserer Umwelt, die Zusammenhänge in der Natur und unseres Planeten.

Und wie sind die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen?

Ein Großteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen Weltweit sind Weidefläche, eine Umstellung eines Teils der Weltbevölkerung auf eine vegetarische oder vegane Ernährung könnte daher in der Zukunft dafür sorgen, die stetig anwachsende Menschheit zu ernähren.

Hier liegen die Vorteile auf der Hand. Nachwachsende Rohstoffe sind kostengünstiger in einem kürzeren Zeitraum zu produzieren und haben generell eine längere Haltbarkeit.

Doch mein Gedankenspiel ist natürlich nicht der Grund, dass sich jährlich immer mehr Menschen für eine fleischlose Ernährung entscheiden.

Hier sind die Gründe mannigfaltig, doch glaube ich hier an die Jugend und ihre sich jetzt schon so positiv auswirkende Weitsicht in vielen Dingen.

Natürlich wird all das nicht über Nacht passieren, gibt es doch noch so viele, die sich mit Billig- Separatoren Wurst aus dem Discounter vollschlagen und dann wundern, dass sie über die Jahre krank werden. Jeder soll nach seiner Facon selig werden, wie schon Friedrich der Zweite anmerkte, von der Leberkäsfraktion bis zum unbelehrbaren Fast Food Junkie, der selbst einen 1 € Burger isst, seinem Auto aber Hochleistungsöl für 25 € gönnt.

Ich persönlich sehe da kein Problem, denn die Evolution löst alles auf ihre Weise von selbst.

Es ist abzuwarten, wie sich die Zukunft entwickelt und es würde mich freuen, wenn die Welt ein bisschen gesünder und klüger am Ende dieses Jahrhunderts wäre; begreift, dass alles auf unserem Planeten in Zusammenhang steht und wir alle eine Verantwortung für unsere Umwelt tragen.

Du bist was du isst, einfach prägnant und immer noch so zutreffend.

Ich lass Euch jetzt mit Euren Gedanken allein und erfreue mich heute an einer richtig tollen Süßkartoffelpfanne.

Bleibt´s gesund

Mit kulinarischen Grüßen,

Alexander Reiter

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